| Daniela Hüttemann |
| 31.08.2026 16:00 Uhr |
Wie bei der Injektionslösung muss die Dosis langsam eingeschlichen und schrittweise erhöht werden. Die schlechte orale Verfügbarkeit erfordert eine sehr hohe Wirkstoffkonzentration in der Tablette, einen Resorptionsvermittler und strenge Einnahmevorschriften. Die Indikationsgebiete, der Wirkmechanismus, der zu erwartende Abnehmeffekt und auch das Nebenwirkungsprofil sind ansonsten im Prinzip bei dosisäquivalenter Anwendung identisch.
Der einzige große Unterschied: Die Injektionslösung muss sich der Patient nur einmal wöchentlich subkutan spritzen, die Tablette einmal täglich schlucken. Ob das ein Vorteil ist, hängt individuell vom Patienten ab.
KwikPen wie Tablette enthalten den GLP-1-Rezeptoragonisten Semaglutid und beide sind zugelassen zur Behandlung von Erwachsenen mit einer Adipositas (BMI ab 30 kg/m2) oder mit Übergewicht (BMI ab 27 kg/m2) plus einer gewichtsbezogenen Begleiterkrankung wie Diabetes, Bluthochdruck, Lipidstoffwechselstörung, obstruktiver Schlafapnoe, Herzinfarkt und Schlaganfall in der Vorgeschichte oder Problemen mit den Blutgefäßen. Die Injektionslösung im Fertigpen ist auch für adipöse Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen; die Tablette bislang nur für Erwachsene. Eine Lebensstiländerung mit Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie ist und bleibt die Basis der Adipositastherapie.
In der Zulassungsstudie konnte mit der 25-mg-Tablette einmal täglich eine vergleichbare Gewichtsabnahme wie mit der Injektionslösung einmal wöchentlich erzielt werden – durchschnittlich waren es 13,6 Prozent nach 64 Wochen Behandlung, verglichen mit 2,2 Prozent unter Placebo. Die Anwenderinnen und Anwender können im Schnitt (je nach Ausgangsgewicht) mit zehn bis zwölf Kilogramm über ein Jahr in höchster zugelassener Dosierung rechnen.
Ebenso sind das Nebenwirkungs- und Sicherheitsprofil vergleichbar. Am häufigsten sind gastrointestinale Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Verstopfung und dyspeptische Beschwerden, die vor allem zu Behandlungsbeginn auftreten. Schwere Nebenwirkungen sind selten.