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Medikationsmanagement

Was ARMIN alles leisten kann

Auch in den Wochen, die sich direkt an die ARMIN-Startintervention anschlossen, ergaben sich einige Änderungen am ersten konsolidierten Medikationsplan von Frau M. A (Abbildung).

 

So lief die Imiquimod-Therapie aus; die Probleme mit der aktinischen Keratose waren zu diesem Zeitpunkt behoben. Auch das Ekzem am Ohr sprach auf die Behandlung an und Soderm crinale® konnte abgesetzt werden.

Bei der Demonstration der Anwendung der beiden Dosieraerosole ergab sich, dass Frau M. A. nach Abgabe des Sprühstoßes die Luft nicht anhielt, sondern fast direkt wieder ausatmete. Dies wurde besprochen, der Fehler wurde dokumentiert und an den Hausarzt kommuniziert.

Zudem stellte sich heraus, dass auch die neue Schmerztherapie scheinbar unzureichend war. Frau M. A. kam nach einigen Wochen mit einem Selbstmedikationswunsch für eine Rückensalbe in die Apotheke. Via Kommentarfeld berichtete die Apothekerin dem Hausarzt davon, der mit der Patientin nach einer Lösung suchen wird.

Fazit

Bereits durch die ARMIN-Startintervention konnten viele ABP identifiziert und gelöst werden. Darunter war mit der Pseudodoppelmedikation von Felodipin und Amlodipin auch ein ABP, bei dem bei weiterer Einnahme relevante Nebenwirkungen möglich gewesen wären. Dieses Problem wurde erst durch die Startintervention identifiziert und wäre in der Regelversorgung erst später oder womöglich gar nicht erkannt worden. Im Verlauf des Medikationsmanagements nahm die Komplexität der Arzneimitteltherapie von Frau M. A. ab.

Dennoch gab es im Bereich der Schmerztherapie und bei der Behandlung der Atemwegserkrankung von Frau M. A. noch Verbesserungspotenzial. Durch die enge und dauerhafte Abstimmung aller Beteiligten in ARMIN sollten auch zukünftig ABP erkannt, gelöst oder vermieden werden und somit die Arzneimitteltherapiesicherheit von Frau M. A. gewährleistet sein.

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