Die Schränke gut gefüllt mit Medikamenten, Wund- und Nahtmaterial zu halten, ist keine einfache Aufgabe. / © Getty Images/ER Productions Limited
Der diesjährige ADKA-Kongress vom 11. bis 13. Juni steht unter dem Motto »Zukunft der Arzneimitteltherapiesicherheit – Junge Ideen für die Krankenhauspharmazie«. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken wird zwar nicht erwartet, schickte jedoch vorab ein Grußwort. »Krankenhausapotheken sind unverzichtbar in der stationären Versorgung«, betont die Ministerin. Die Schwerpunkte des Kongresses könnten aktueller nicht sein. »Krisenresilienz und Patientensicherheit gehören wie die Weiterentwicklung der Arzneimitteltherapiesicherheit zu den größten Herausforderungen der Arzneimittelversorgung – stationär wie ambulant.«
Apothekerinnen und Apotheker im Krankenhaus leisteten einen entscheidenden Beitrag zur Vermeidung von Medikationsfehlern und hätten auch am im April verabschiedeten AMTS-Aktionsplan 2026 – 2029 maßgeblich mitgewirkt. Als Beispiel nennt Warken hier das sektorenübergreifende Medikationsmanagement, was ebenfalls Thema sein wird.
»Die vergangenen Jahre haben uns vor Augen geführt, wie verletzlich die globalen Lieferketten sein können – und wie essenziell eine stabile, verlässlich Arzneimittelversorgung für die Patientenversorgung ist«, so Warken. Krisenresilienz bedeute nicht nur, auf Engpässe zu reagieren, sondern ihnen vorausschauend bereits in der Regelversorgung zu begegnen. Es gehe um robuste Lieferketten, interdisziplinäre Zusammenarbeit und den gezielten Einsatz pharmazeutischer Expertise. »Krankenhausapotheken tragen insbesondere im Rahmen der Mitarbeit im Beirat für Liefer- und Versorgungsengpässe dazu bei, Versorgungsrisiken frühzeitig zu erkennen, Alternativen zu entwickeln und Therapieentscheidungen aktiv mitzugestalten«, weiß die Ministerin und bedankt sich für das Engagement.
»Die Herausforderungen im Gesundheitswesen werden komplexer - von Lieferengpässen über Digitalisierung bis hin zur sektorenübergreifenden Versorgung«, betont auch ADKA-Präsident Dr. Jochen Schnurrer. »In der sich verändernden Krankenhauslandschaft ist die Krankenhauspharmazie ein wesentlicher Bestandteil resilienter und sicherer Versorgungssysteme.«
Themen wie KI in der Krankenhausapotheke, pharmazeutische Interventionen, innovative Herstellungsverfahren oder interprofessionelle Versorgungskonzepte spiegeln die hohe Dynamik der Krankenhauspharmazie wider, so der Verband. Das diesjährige Kongressmotto richte den Fokus bewusst auf den beruflichen Nachwuchs und innovative Ideen aus Wissenschaft und Praxis. So soll erstmals im Rahmen der ADKA-Mitgliederversammlung ein oder eine Juniorpräsident/in gewählt werden.
Neben den zahlreichen Vorträgen, Seminaren und Workshops werden zahlreiche Preise insbesondere an den Nachwuchs verliehen. »Der ADKA-Jahreskongress steht seit Jahrzehnten für wissenschaftlichen Austausch auf höchstem Niveau«, erklärt Privatdozentin Dr. Claudia Langebrake, Vorsitzende des Wissenschaftlichen Komitees der ADKA. »Die große Zahl qualitativ hochwertiger Vorträge und Posterbeiträge zeigt eindrucksvoll, welchen Beitrag Krankenhausapothekerinnen und Krankenhausapotheker für eine sichere, evidenzbasierte Arzneimitteltherapie leisten.«
Auch aktuelle gesundheitspolitische und strukturelle Entwicklungen werden aufgegriffen. Themen wie Ambulantisierung, nachhaltige Krankenhausversorgung, Spezialisierung der Krankenhausapotheke sowie die zukünftige Rolle klinisch-pharmazeutischer Dienstleistungen stehen im Fokus der Diskussionen. »Der ADKA-Jahreskongress verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit berufspolitischem Dialog und persönlichem Austausch«, so ADKA-Geschäftsführer Christopher Jürgens. »Hier entstehen Netzwerke und Impulse für die Weiterentwicklung der Krankenhauspharmazie in Deutschland.«