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Pharmaindustrie
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»Wann wird die Standortklausel in Stein gemeißelt sein?«

Andrea Schmoll, Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Life Sciences und Healthcare, stufte den Herstellerrabatt und die Standortklausel als aktuell größte Probleme der Pharmaindustrie ein. Tobias Gemmel vom Pharmaunternehmen Novo Nordisk stimmte ihr zu und plädierte für mehr Dialog zwischen Politik und Industrie.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 28.10.2026  16:00 Uhr

In der Handelsblatt-Diskussionsrunde »Pharma im Wandel« erklärte Tobias Gemmel, dass für langfristige Innovationen im Pharmabereich politische Rahmenbedingungen notwendig seien. »Wir wollen investieren«, sagte er und betonte, dass Deutschland ein wichtiger Standort für Novo Nordisk ist. Dennoch merkte er an, dass die Pharmastrategie bereits seit einigen Jahren auf sich warten lässt.

Tatsächlich hatten sich die Vertreterinnen und Vertreter der Pharmabranche sowie verschiedener Ministerien vor etwa einem Jahr im Kanzleramt getroffen. Aus dem damaligen Pharmadialog sollte eigentlich eine Pharmastrategie entstehen. Gemmel betonte, dass es bei den Pharmainvestitionen nicht nur um innovative Produkte, sondern auch um die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Beschäftigung von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geht.

»Mehr Agilität«

Doch auch viele aktuelle Themen, die die Pharmaindustrie beschäftigen, sind noch ungeklärt, darin ist sich das Panel einig. Andrea Schmoll von der internationalen Wirtschaftskanzlei Osborne Clarke, die Unternehmen in den Branchen Gesundheit, Pharma, Biotechnologie und Digital Healthcare berät, betonte, dass der Herstellerrabatt aktuell eines der wichtigsten Themen für die Branche sei. Dieser sei »wirklich problematisch« und helfe den Unternehmen bei der Planung nicht weiter.

Damit ist der ab Januar 2027 vom GKV-Spargesetz vorgesehene erhöhte Herstellerabschlag auf patentgeschützte Arzneimittel von 7 auf 15,5 Prozent gemeint. Laut Schmoll ist vieles unklar, etwa die Bedingungen für die Standortklausel. »Wann wird die Standortklausel in Stein gemeißelt sein?«, fragte sich die Rechtsanwältin.

Unter bestimmten Bedingungen – etwa bei klinischen Forschungen in Deutschland – soll diese Pharmaunternehmen vom zusätzlichen, festgelegten Herstellerabschlag in Höhe von 8,5 Prozent befreien. Für Tobias Gemmel ist dies ein »positives Signal«. Dennoch liegen die Vorschläge für eine erweiterte Standortklausel aktuell dem Bundesgesundheits- sowie dem Bundeswirtschaftsministerium vor, was den Prozess entschleunigt. Für die Umsetzung könnte auch die Zustimmung der Europäischen Union nötig sein.

Kathleen Rieser, CEO der »good healthcare group«, argumentierte, dass die Pharmaindustrie eine stark regulierte und langsame Branche sei. Klinische Studien dauerten mehrere Jahre und bräuchten Planungssicherheit. Dennoch plädierte sie für mehr Offenheit gegenüber neuen, innovativen Modellen und agilen Pharmaplattformen. Ihr Unternehmen ist selbst eine Plattform, die kleinen und mittleren Unternehmen aus dem Ausland bei der Einführung ihrer medizinischen Produkte auf dem deutschen Markt hilft.

Rieser ist der Meinung, dass sich Unternehmen und die Regierung in Deutschland mehr Agilität zutrauen sollten. Nur weil etwas immer auf eine bestimmte Weise gemacht wurde, heißt das nicht, dass nichts Neues ausprobiert werden sollte, erklärte er.

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