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Update Reizdarm-Leitlinie

Therapie bleibt individuell

Was die Therapie betrifft, unterscheidet die überarbeitete Leitlinie allgemeine, symptomunabhängige Therapieverfahren von symptomorientierten medikamentösen Behandlungen. Bei ersteren hätten die Hypnotherapie, eine Ernährungsweise, die weitgehend auf FODMAP (fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole) verzichtet, und Probiotika deutlich an Bedeutung gewonnen. »Diese Behandlungsansätze sind in der neuen Leitlinie wesentlicher umfangreicher dargestellt«, informierte die Expertin. »Probiotika haben eine generelle positive Empfehlung, allerdings nicht mit Evidenzgrad A. Neuere Daten zeigen, dass sie im Mittel wirksam sind. Ob sie individuell eine Besserung bringen, ist nicht vorhersehbar.« Die Leitlinie geht nicht auf einzelne Präparate ein.

Auch bei den symptomorientierten Therapieoptionen hat sich einiges getan. Stehen Schmerzen im Vordergrund, empfehlen die Leitlinienautoren verstärkt Spasmolytika »mit einer spezifischen Nennung von Pfefferminzöl«, sagte Andresen. Antidepressiva sollten gegenüber dem Patienten eher als Schmerzmodulatoren bezeichnet werden. Während Trizyklika eine positive Empfehlung bei schmerzbetontem RDS bekommen haben, sieht Andresen die selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer eher bei psychischer Begleitsymptomatik.

Für den Diarrhötyp neu aufgenommen haben die Leitlinienautoren Colesevelam und Eluxadolin, eine stärkere Empfehlung bekommen die 5-HT3-Antagonisten. Wer verstärkt unter Verstopfung leidet, der profitiert von Macrogol, zumindest hat es gegenüber der Vorgängerversion der Leitlinie eine stärkere Empfehlung bekommen. Positiv werden zudem Prucaloprid und Linaclotid bewertet.

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