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DOAK bei Alzheimer
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Studie deutet auf langsameren kognitiven Abbau hin

Direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) senken bei Patienten mit Vorhofflimmern das Risiko für Schlaganfälle. Eine große schwedische Registerstudie liefert nun Hinweise auf einen möglichen weiteren Vorteil: Bei Menschen, die zugleich an Alzheimer erkrankt sind, war die Behandlung mit einem langsameren kognitiven Abbau verbunden.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 13.08.2026  11:30 Uhr

Vorhofflimmern tritt bei älteren Menschen häufig auf und betrifft auch viele Patienten mit Alzheimer-Demenz. Eine orale Antikoagulation soll bei Vorhofflimmern insbesondere ischämische Schlaganfälle und systemische Embolien verhindern. Frühere Untersuchungen hatten bereits Hinweise darauf geliefert, dass eine Antikoagulation möglicherweise auch mit einem geringeren Demenzrisiko einhergeht. Weniger gut untersucht ist dagegen, ob sie bei bereits bestehender Alzheimer-Erkrankung den weiteren kognitiven Verlauf beeinflusst.

Eine Registerstudie, die im »European Heart Journal« veröffentlicht wurde, liefert nun Hinweise auf einen solchen Zusammenhang. Ein Team um Professor Dr. Maria Eriksdotter vom Karolinska-Institut in Stockholm untersuchte Daten aus dem schwedischen Demenzregister SveDem. In die Analyse gingen 7308 Menschen mit neu diagnostizierter Alzheimer-Demenz und bereits bestehendem Vorhofflimmern ein. Von ihnen erhielten 1690 ein DOAK, 2277 Warfarin und 3341 keine orale Antikoagulation. Zu den DOAK zählen die Faktor-Xa-Hemmer Apixaban, Edoxaban und Rivaroxaban sowie der direkte Thrombinhemmer Dabigatran. Die kognitive Entwicklung erfassten die Forscher anhand wiederholter Untersuchungen mit dem Mini-Mental-Status-Test (MMST).

Kleiner Unterschied beim MMST

Unter DOAK-Therapie nahm die kognitive Leistungsfähigkeit signifikant langsamer ab als ohne Antikoagulation. Die Differenz betrug im Mittel 0,23 MMST-Punkte pro Jahr. Auch im direkten Vergleich mit Warfarin schnitten die DOAK besser ab: Hier lag der Unterschied bei 0,21 Punkten pro Jahr. Zwischen Warfarin und einer fehlenden Antikoagulation zeigte sich dagegen hinsichtlich des kognitiven Abbaus kein signifikanter Unterschied.

Der Effekt sei für den einzelnen Patienten von Jahr zu Jahr zwar gering, könne über einen längeren Zeitraum jedoch relevant werden, erläutert Erstautor Nanbo Zhu in einer Pressemitteilung des Instituts. Als mögliche Erklärung diskutieren die Forscher unter anderem eine bessere zerebrale Durchblutung sowie die Vermeidung kleiner vaskulärer Schäden im Gehirn. Ob dies tatsächlich den beobachteten Zusammenhang erklärt, wurde in der Studie allerdings nicht untersucht.

Die Autoren sehen in den Ergebnissen Hinweise darauf, dass DOAK bei Patienten mit Vorhofflimmern und Alzheimer-Demenz neben ihrem bekannten antithrombotischen Nutzen möglicherweise auch hinsichtlich der kognitiven Entwicklung Vorteile bieten könnten. Aufgrund des beobachtenden Studiendesigns lässt sich jedoch kein kausaler Zusammenhang nachweisen. Ob DOAK den kognitiven Abbau tatsächlich beeinflussen, bleibt daher offen. Diese Frage müsste in prospektiven, idealerweise randomisierten Studien geklärt werden.

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