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Ausweitung der Teststrategie

Spahn will kostenlose Corona-Schnelltests in Apotheken

Damit beugt sich der Minister dem politischen Druck, die Teststrategie auszuweiten. Denn selbst Mitglieder der Großen Koalition wie die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hatten zuletzt gefordert, dass insbesondere in Schulen und Kitas die Selbsttests verstärkt zum Einsatz kommen müssten, sobald sie auf dem Markt sind. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Bärbel Bas, sagte der PZ, dass die Selbsttests eine zentrale Rolle bei der wirksamen Bekämpfung der Pandemie zukommen. »Solange wir nicht über genügend Impfstoff verfügen, sind die Tests die einzige Möglichkeit, Infektionsketten aufzubrechen und damit die Ausbreitung des Virus aufzuhalten.«

Bas fordert, dass deswegen Geld in die Hand genommen werden müsse, um mit Hilfe der Tests schrittweise Öffnungen des gesellschaftlichen Lebens wieder möglich zu machen. »Dazu brauchen wir eine schlüssige breit angelegte Teststrategie, die der Gesundheitsminister jetzt dringend erarbeiten muss. Wenn ich höre, wie zögerlich die Kanzlerin mit diesem Thema umgeht, verärgert mich das wirklich, denn die neuen Tests sind eine wichtige Ergänzung einer möglichen Exit-Strategie. Wir brauchen Wege nach draußen und die Schnelltests, die hoffentlich bald zugelassen werden, sind einer davon«, sagte Bas der PZ. Regelmäßige Tests könnten in den Augen der SPD-Politikerin auch an Arbeitsplätzen durchgeführt werden, die nicht ins Homeoffice verlagert werden konnten. So könnte man schrittweise in weiteren Bereichen öffnen und testen. »Es gilt ja letztlich die Monate zu überbrücken, bis wir über einen breiten Impfschutz verfügen«, so Bas. An Spahn richtet sie den Appell: »An einer neuen Teststrategie wird Jens Spahn nicht vorbeikommen. Entscheidend ist, dass Spahn und Merkel das Testen als Weg aus der Krise erkennen und zügig ausbauen.«

Grüne: An Schulen zwei bis dreimal pro Woche testen

Auch aus den Oppositionskreisen baut sich der Druck hin zu einer neuen Teststrategie auf. Der Grünen-Politiker und Bundestagsabgeordnete Janosch Dahmen kritisiert: »Die Bundesregierung hat sich viel zu lange einseitig auf den Impfstoff verlassen!«  Es sei wichtig, dass Antigen-Selbsttest als zusätzliche Komponente neben PCR-Tests und Point-of-Care-Tests in die nationale Teststrategie aufgenommen werden, damit die Abgabe und die Erstattung klar geregelt sind. »Gerade zu Beginn – bei möglicherweise knapper Verfügbarkeit - muss die Abgabe der Selbsttests gesteuert werden. Sie sollten zunächst an Schulen, Kitas oder in Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtungen eingesetzt werden, sodass sich Schülerinnen und Schüler, Eltern, Erzieher, Lehrerinnen oder Sozialarbeiter mindestens 2-3 Mal pro Woche testen können.« Danach sollte eine schrittweise Ausweitung auf Berufsgruppen mit vielen Kontakten folgen, so Dahmen. Dabei denke der Arzt beispielsweise an die Feuerwehr, Polizei oder Supermarktangestellte. »Entscheidend ist, dass der Zugang zu Selbsttests keine Frage des Geldbeutels sein darf, sondern in eine sozialverträgliche Abgabestrategie eingebettet ist, um bei der Pandemiebewältigung erfolgreich sein zu können.«

Achim Kessler, der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, begrüßt, dass Spahn auf die Forderungen der Linken eingehe und »Corona-Selbsttests für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stellen möchte«. Weiter sagte Kessler der PZ: »Uns ist dabei wichtig, dass diese Tests allen Menschen kostenfrei zur Verfügung stehen. Menschen mit wenig oder keinem Einkommen dürfen nicht benachteiligt werden. Zudem sollte sichergestellt werden, dass Menschen in Pflegeheimen, Schulen, Kitas und ähnlichen potenziellen Hotspots ausreichend und regelmäßig entsprechende Tests erhalten, da sie einem erhöhten Risiko der Ansteckung ausgesetzt sind.«

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