| Laura Rudolph |
| 31.08.2026 18:00 Uhr |
Einige prospektive Studien berichteten über eine verbesserte Glucosetoleranz beziehungsweise Insulinsensitivität sowie niedrigere HbA1c-Werte nach Blutspenden. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass die Studien teilweise von begrenzter Qualität waren und nur wenige Blutspender teilnahmen.
Die Autoren halten es zudem für wahrscheinlich, dass der Rückgang des HbA1c-Werts zumindest teilweise dadurch erklärt werden kann, dass sich nach einer Blutspende verstärkt rote Blutkörperchen nachbilden. Diese jüngeren Erythrozyten hatten weniger Zeit, Zuckermoleküle an das Hämoglobin anzulagern, sodass der HbA1c-Wert auf ganz natürliche Weise vorübergehend sinkt und nicht zwangsläufig auf eine verbesserte Stoffwechsellage hinweist.
Zudem kann der sogenannte Healthy-Donor-Effekt die Ergebnisse verzerren: Regelmäßige Blutspender sind oft von vornherein gesünder als Nichtspender oder Menschen, die selten Blut spenden. Gesundheitliche Unterschiede werden dadurch möglicherweise dem Blutspenden zugeschrieben, obwohl sie bereits vor der Spende bestanden. Diesen Störfaktor berücksichtigten viele der eingeschlossenen Studien laut den Autoren nur unzureichend. Es gibt also interessante Hinweise auf protektive Effekte, die jedoch nicht gesichert nachgewiesen werden konnten.