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Kammerversammlung Sachsen

Schmidt: »Wir haben den Kurswechsel nicht gut kommuniziert«

Im Dezember wird sich ABDA-Präsident Friedemann Schmidt aus der Berliner Berufspolitik zurückziehen. In seiner Heimatkammer in Sachsen bleibt er noch für einige Jahre Präsident. Bei der heutigen Kammerversammlung zog Schmidt ein politisches Resümee zu den vergangenen Jahren. Was das Apotheken-Stärkungsgesetz betrifft, gestand er einen Kommunikationsfehler ein.
Benjamin Rohrer
03.11.2020  12:30 Uhr

Auf Bundesebene müssen die Apotheker schon bald auf die Expertise von ABDA-Präsident Friedemann Schmidt verzichten. Denn der Apotheker aus Leipzig hatte schon vor mehreren Monaten angekündigt, dass er bei den ABDA-Vorstandswahlen am 7. Dezember kein Amt mehr anstrebe. Als Präsident der Sächsischen Landesapothekerkammer (SLAK) macht Schmidt aber noch ein paar Jahre weiter: Erst im vergangenen Jahr wurde er im Amt bestätigt und für eine weitere vierjährige Amtsperiode als SLAK-Präsident gewählt.

Trotzdem griff Schmidt seinen Abschied aus der Berliner Gesundheitspolitik bei der heutigen Kammerversammlung, die wegen der Pandemielage als Hybridveranstaltung stattfinden musste, auf. Seine 17-jährige Tätigkeit in ABDA-Gremien bezeichnete er als »spannend und interessant«. Aber: »Jetzt bin ich froh, dass es bald vorbei ist«, sagte der scheidende ABDA-Präsident. Sehr ausführlich bedankte er sich bei seiner Kammer, ihn nach Berlin »ausgeliehen« zu haben. Ab Januar 2021 werde er sich wieder vermehrt in die Kammerarbeit in Dresden »einordnen«.

Schmidt: 90 Prozent sind besser als 0 Prozent

Weil die Versammlung der SLAK im Frühjahr aufgrund des Coronavirus ausgefallen war, zog Schmidt in seiner politischen Rede ein Resümee, in dem er auf die vergangenen Jahre in der Berufspolitik zurückblickte. Ein Fokus: das kürzlich im Bundestag verabschiedete Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG) . Schmidt sagte, dass eine »jahrelange Hängepartie« für die Apotheker nun zu einem »glücklichen Ende« gekommen sei. Was die im Gesetz vorgesehene lückenhafte Rx-Preisbindung (das Rx-Boni-Verbot gilt nur im GKV-Bereich) betrifft, sagte Schmidt: »Die Wettbewerbsgleichheit wird zwar nicht für alle wiederhergestellt. Aber 90 Prozent sind besser als 0 Prozent.«

Schmidt wies auch auf die anstehenden, größeren Änderungen in der Arzneimittelversorgung hin und bezog sich dabei auf den zunehmenden »Wettbewerb von außen« sowie die Digitalisierung. »Langfristig muss es daher unser Ziel sein, die Abhängigkeit von den Arzneimittelpreisen zu reduzieren.« Das VOASG bringe mit der Einführung der vergüteten pharmazeutischen Dienstleistungen dazu einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Schmidt sagte aber voraus, dass der Weg bis hin zu flächendeckenden Dienstleistungen »schmal und steinig« sein werde. Schließlich seien auch die Krankenkassen durch die Covid-19-Krise finanziell belastet, die Verhandlungen könnten somit schwierig werden.

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