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Herz-Kreislauf- und Krebsrisiko

Rote-Hand-Brief zu Xeljanz®

Unter dem Rheumamittel Tofacitinib besteht im Vergleich zu TNF-α-Inhibitoren ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse und maligne Erkrankungen. Darüber informiert aktuell Hersteller Pfizer.
PZ
25.03.2021  12:16 Uhr

Demnach besteht unter der Einnahme von Tofacitinib im Vergleich zu TNF-α-Inhibitoren ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse und maligne Erkrankungen. Darauf deuten vorläufige Daten einer abgeschlossenen Post-Marketing Studie (A3921133) bei Patienten mit rheumatoider Arthritis hin. Die EMA nimmt derzeit die weitere Auswertung der Studiendaten und deren mögliche Relevanz für die Produktinformation von Tofacitinib vor. Die endgültigen Schlussfolgerungen und Empfehlungen werden nach Abschluss der Bewertung bekannt gegeben.

Ärzte sollten bei der Entscheidung, ob sie Patienten Tofacitinib verschreiben oder die Therapie fortgesetzt werden soll, auch künftig Nutzen und Risiken gegeneinander abwägen. Angehörige der Gesundheitsberufe sind dazu aufgerufen, die Patienten darüber zu informieren, dass diese die Einnahme nicht eigenständig beenden sollen. 

Tofacitinib ist bei Erwachsenen zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer rheumatoider Arthritis und aktiver Psoriasis-Arthritis indiziert, wenn Patienten auf ein oder mehrere krankheitsmodifizierende Antirheumatika unzureichend ansprechen oder diese nicht vertragen. Zudem kommt der Wirkstoff bei Colitis ulcerosa zum Einsatz. Auch im Rahmen von Covid-19 wird der Multizytokin-Inhibitor aktuell erprobt. Der Arzneistoff könnte theoretisch einen gefährlichen Zytokinsturm bei einer SARS-CoV-2-Infektion verhindern.

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