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GKV-Spargesetz
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Pharmaindustrie warnt vor Folgen für die Arzneimittelversorgung

Auf das umstrittene GKV-Spargesetz, das die Regierung heute pünktlich zur Sommerpause verabschiedet hat, gibt es Reaktionen. So warnt der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) vor den Folgen für Patientinnen und Patienten. Auch Ärzteverbände reagieren entsetzt.
AutorKontaktPZ
Datum 10.07.2026  13:10 Uhr
Pharmaindustrie warnt vor Folgen für die Arzneimittelversorgung

In einer namentlichen Abstimmung votierten 319 von 609 Abgeordneten für das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Damit will die Bundesregierung die gesetzlichen Krankenkassen entlasten.  »Der Bundestag hat heute ein Gesetz beschlossen, das die Versorgung von Patient mit innovativen Therapien in Deutschland gefährdet«, warnt vfa-Präsident Han Steutel in einer Pressemitteilung. Das neue Gesetz führe dazu, dass globale Unternehmen nicht mehr in Deutschland investieren und Arbeitsplätze verloren gehen würden. Zuletzt hatten zwei große Pharmaunternehmen ihre Investitionen aus Rheinland-Pfalz zurückgezogen. Als Begründung gaben sie unter anderem die GKV-Sparpläne an. »Eine der letzten erfolgreichen, innovativen Industrien Deutschlands wird so kaputt gemacht.«

Pharma Deutschland warnt vor massiven Folgen

Der Verband Pharma Deutschland fordert den unverzüglichen Start einer »echten Pharmastrategie« und spricht von »harten Einschnitten«, die sich aus dem GKV-Spargesetz ergeben würden. Der Verband warnt zudem vor »massiven Flurschaden« für die deutsche Wirtschaftslandschaft.

»Dieses Gesetz ist kein Beitrag zur Stabilisierung der GKV, sondern ein Beitrag zur Destabilisierung des Wirtschaftsstandorts Deutschland und ein Schock für die Branche«, sagt der Pharma Deutschland Vorstandsvorsitzende Jörg Wieczorek laut einer Pressemitteilung des Verbands. »Die Teilnahmslosigkeit, mit der die Spitze des Wirtschaftsministeriums die Entwicklung schon seit den desillusionierenden Pharmagesprächen begleitet, ist ein verheerendes Signal an Unternehmen aller Branchen und nicht nur denen, die hier forschen, produzieren und investieren wollen«, sagt Wieczorek mit Blick auf den Pharmadialog, der im November 2025 im Kanzleramt stattfand. Für die Opposition hingegen sind die Maßnahmen für die Pharmaunternehmen nicht ausreichend. Sie glauben, dass die Branche von der Regierung verschont blieb.

Auch der Verband der Chemischen Industrie (VCI) kritisiert das beschlossene Gesetz scharf. Seiner Einschätzung nach werden damit zentrale Ziele des Koalitionsvertrages zur Stärkung des Pharma- und Medizintechnikstandorts zugunsten kurzsichtiger Sparrunden aufgegeben. »Das Gesetz in seiner jetzigen Form wird zum politischen Bumerang. Am Ende zahlen wir doppelt: mit einer geschwächten industriellen Basis und einer unter Druck geratenen Gesundheitsversorgung«, warnt Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des VCI.

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