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Markteinführung
Ozanimod als neue Therapieoption bei MS

Kontraindikationen beachten

Kontraindiziert ist Zeposia während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine zuverlässige Methode zur Empfängnisverhütung anwenden. Aufgrund des Potenzials für schwerwiegende unerwünschte Arzneimittelwirkungen durch Ozanimod und seine Metabolite bei gestillten Säuglingen sollen Frauen, die mit Ozanimod behandelt werden, nicht stillen.

Weitere Kontraindikationen des neuen Wirkstoffs sind schwere Leberfunktionsstörung, Immunschwäche, schwere aktive Infektionen und aktive maligne Erkrankungen. Zudem ist das Medikament tabu bei Patienten mit bestimmten Herzerkrankungen und Patienten, die in den vergangenen sechs Monaten zum Beispiel einen Schlaganfall, einen Herzinfarkt oder andere Herzprobleme hatten. Vor Einleitung der Ozanimod-Therapie ist bei allen Patienten ein EKG durchzuführen, um etwaige Vorerkrankungen des Herzens festzustellen. Der Blutdruck sollte während einer Ozanimod-Therapie regelmäßig kontrolliert werden.

Die Anwendung von attenuierten Lebendimpfstoffen kann ein Infektionsrisiko bergen und sollte daher während der Behandlung mit dem Wirkstoff und für bis zu drei Monate danach vermieden werden. Zudem sollten Patienten, die Ozanimod einnehmen, sich nicht ohne Schutz dem Sonnenlicht aussetzen, da bei ihnen ein potenziell höheres Risiko für bösartige Wucherungen besteht.

Was gibt es in Sachen Wechselwirkungen zu bedenken? Die gleichzeitige Anwendung von Inhibitoren des Brustkrebsresistenz-Proteins (BCRP), von MAO-Hemmern oder CYP2C8-Induktoren mit Ozanimod wird nicht empfohlen. Das kann zu erhöhten beziehungsweise erniedrigten Spiegeln des MS-Medikaments führen und damit dessen Wirksamkeit oder Sicherheit beeinflussen. Zudem hat die Einleitung einer Ozanimod-Therapie bei Patienten, die einen Betablocker oder einen Calciumkanal-Blocker erhalten, wegen der Möglichkeit für additive Effekte bezüglich der Herzfrequenz-Abnahme mit Vorsicht zu erfolgen.

Wie geht es weiter mit Ozanimod? Aufgrund seiner antiinflammatorischen Wirkung wird die Substanz derzeit bei weiteren entzündlichen Erkrankungen, zum Beispiel bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, in Phase-III-Studien untersucht.

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