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Coronavirus-Impfstoffe

mRNA als neues Impfstoffprinzip

Die beobachteten Nebenwirkungen der beiden neu zugelassenen mRNA-basierten Covid-19-Impfstoffe waren leicht bis mittelschwer und in der Regel nach wenigen Tagen wieder verschwunden. Sie sind allem Anschein nach der hohen Reaktogenität von mRNA geschuldet, die vermutlich zu der ausgesprochen guten Wirksamkeit beiträgt. Die nach den ersten Impfungen mit Comirnaty® vereinzelt berichteten allergischen Reaktionen scheinen sehr seltene Ereignisse zu sein. In einer Analyse der US-amerikanischen CDC wurde nach der Verimpfung von 1.893.360 Dosen in 103 Fällen eine allergische Reaktion diagnostiziert. Das entspricht 0,005 Prozent der Impfungen. Von diesen Fällen entsprachen 21 den Kriterien einer Anaphylaxie, die anderen waren nicht schwerwiegende Symptome wie Hautausschlag oder Juckreiz (16).

Auch bei älteren Menschen scheinen mRNA-Impfstoffe hoch wirksam gegen Covid-19 zu sein. Noch nicht so klar ist, ob durch flächendeckende Impfung auch Infektionsketten durchbrochen werden können.

Die neuen mRNA-basierten Impfstoffe wurden innerhalb nur eines Jahres bis zur Zulassung entwickelt. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind sie als sicher einzuschätzen – so sicher wie andere zugelassene Impfstoffe. Es gibt aus pharmazeutischer und/oder wissenschaftlicher Sicht keinen Grund, dies anzuzweifeln. Die Zulassungsverfahren wurden aus gutem Grund stark beschleunigt, waren aber deshalb nicht weniger von kritischer Bewertung begleitet. Klar ist schon jetzt, dass unter dem Druck der Pandemie ein neuer Impfstofftyp etabliert wurde, der zum Standard für die Entwicklung von Impfstoffen bei anderen Infektionskrankheiten werden könnte.

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