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Vegane Beratung in der Apotheke
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»Messwerte statt Pauschaltipps« für Veganer

Immer mehr Menschen leben vegan. Um sich ausgewogen zu ernähren, müssen sie einiges beachten. Einige Apotheken bieten hier gezielte Beratung an – sei es zur Nährstoffversorgung, zu Kosmetikprodukten, aber auch zu »veganen« Arzneimitteln. Ein Einblick anlässlich des Welt-Vegan-Tags am 1. November.
AutorKontaktEv Tebroke
Datum 30.10.2026  13:30 Uhr

Protein, Cholin, Kreatin

Unterschätzt würde auch die Versorgung mit Cholin und Kreatin, so die Apothekerin. »Cholin hat kaum jemand auf dem Schirm.« Der Körper benötige es für Leber und Fettstoffwechsel, Zellmembranen, den Botenstoff Acetylcholin und in der Schwangerschaft für die Gehirnentwicklung des Kindes. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority – EFSA) nennt demnach 400 mg pro Tag als angemessene Zufuhr, in der Schwangerschaft 480 mg, in der Stillzeit 520 mg.

In der Mischkost komme viel davon aus Eiern und anderen tierischen Lebensmitteln, erklärt Behrendt. Vegane Quellen seien (allerdings mit nur wenig Cholin): Sojabohnen und Edamame, Hülsenfrüchte, Quinoa, Weizenkeime, Kürbiskerne, Erdnüsse, Brokkoli, Rosenkohl, Blumenkohl.

Was das Kreatin betrifft, so bilde der Körper es teilweise selbst, über die Nahrung komme es aber nur aus Fleisch und Fisch. »Vegetarier und Veganer haben im Schnitt geringere Kreatinspeicher in der Muskulatur. In Studien profitieren sie von einer Ergänzung oft stärker beim Krafttraining und teils auch bei kognitiven Tests. Kreatinmonohydrat wird synthetisch hergestellt und ist damit vegan«, erklärt Behrendt.

Auch Katarzyna Tykwinska, Apothekerin und Ernährungsberaterin in der Prenzl-Apotheke im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg, kennt sich aus und berät zum Thema vor Ort. Die Veganer seien oft sehr gut informiert und es sei ihnen bewusst, dass es bei der Ernährungsweise einige Besonderheiten gibt und dass nicht alle Medikamente oder Kosmetika vegan sind. Sie fragten meist von sich selbst aus, ob die Produkte für sie geeignet sind.

Wenn sich im Gespräch Anhaltspunkte ergeben, dass eine Kundin oder ein Kunde vegan lebt oder eine vegane Ernährung plant, spreche sie proaktiv mögliche kritische Nährstoffe sowie sinnvolle Kontrolluntersuchungen an, so Tykwinska. Die Apothekerin hat sich nach eigenen Angaben auch privat intensiv mit pflanzlicher Ernährung beschäftigt und sich selbst über etwa ein Jahr vegan ernährt. »Daher kenne ich sowohl die praktischen Herausforderungen als auch die gesundheitlichen Fragestellungen, die mit einer veganen Lebensweise verbunden sein können.«

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