| Ev Tebroke |
| 30.10.2026 13:30 Uhr |
Apotheken beraten nicht nur zu Ernährungsfragen sondern auch zu veganen Alternativen bei Kosmetik und Arzneimitteln. / © Getty Images/Westend61
Viele Menschen ernähren sich rein pflanzenbasiert – meist aus ethischen Gründen wie Tier- und/oder Klimaschutz. Laut dem Ernährungsreport 2025 des Landwirtschaftsministeriums leben rund zwei Prozent der Bevölkerung hierzulande vegan. Bei den jungen Erwachsenen (18–29 Jahre) sind es 2,7 Prozent, so das Ergebnis des nationalen Ernährungsmonitorings (nemo).
Der Markt mit veganen Produkten wächst und in Metropolen wie Berlin gibt es längst große Supermärkte, die ausschließlich pflanzenbasierte Lebensmittel und Produkte anbieten. Trotz dieser Angebotsvielfalt steht vegane Ernährung häufig im Ruf, eine Mangelernährung zu sein, sprich den Menschen nicht ausreichend mit lebenswichtigen Nährstoffen zu versorgen. Damit dem nicht so ist, bieten einige Apotheken explizit Unterstützung durch Körperanalysen und Ernährungsberatung an.
»Vegan heißt nicht automatisch Mangel, es heißt ›gut planen‹«, sagt Antje Behrendt, Apothekerin und zertifizierte Ernährungsberaterin im Enea-Health-Präventionszentrum im Berliner Bezirk Mitte. Sie weist darauf hin, dass die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine gut geplante vegane Ernährung seit 2024 für gesunde Erwachsene als gesundheitsfördernd bewerte, sofern B12 ergänzt und die übrigen potenziell kritischen Nährstoffe gedeckt werden.
Vegan und vegetarisch lebende Menschen gehören seit Jahren zu einer großen Gruppe in ihrer Ernährungsberatung, berichtet Behrendt. Aufgrund der wachsenden Nachfrage hat sie vor ein paar Jahren eine weitere Spezialisierung auf vegane Ernährung absolviert.
Die Menschen, die zur Beratung kommen, seien sehr gesundheitsbewusste Menschen, die genau wissen wollen, ob ihre Versorgung stimmig ist. Im Präventionszentrum geht es fast immer um Ernährung und Nährstoffversorgung.
Die häufigsten Anlässe sind demnach:
Ebenso Menschen, die vegan werden wollen und es von Anfang an richtig machen möchten, suchen Behrendt zufolge Rat. Häufig seien auch Eltern besorgt, wenn ihre Kinder plötzlich vegan essen möchten, und kämen zusammen mit den Kindern oder Jugendlichen zur Beratung.
Laut Behrendt ist die sogenannte BIA-Messung (Bioimpedanzanalyse) sehr aufschlussreich, um Schwachpunkte bei der Proteinversorgung eines vegan lebenden Menschen früh zu erkennen. Dabei handelt es sich um ein schmerzfreies, nicht invasives Verfahren zur Bestimmung der genauen Körperzusammensetzung.
»Viele Veganer essen weniger Protein, als sie denken, vor allem Frauen und Ältere«, weiß die Expertin. »Getreide liefert wenig Lysin, Hülsenfrüchte gleichen das aus, kombiniert über den Tag.« Für den Muskelaufbau zähle der Leucingehalt pro Mahlzeit. »Pflanzliche Proteine enthalten meist weniger davon, deshalb helfen etwas größere Portionen oder Mischungen wie Erbse plus Reis.«