| Juliane Brüggen |
| 15.05.2026 16:20 Uhr |
Die Frage, woher die Delir-Symptome kamen, beantwortete Richling ebenfalls. Bei Über-70-jährigen sei die Inzidenz hoch; fast jeder fünfte erleide ein Delir im Krankenhaus. Als typische Gründe nannte sie: Demenzielle Vorerkrankungen, Exsikkose und Elektrolytentgleisung, Harnverhalt, Fieber, Infekt, schwere Obstipation und Medikamente wie Opiate, Anticholinergika, Antibiotika und Benzodiazepine. Auch der Stress durch den Krankenhausaufenthalt trage zur Delirentstehung bei.
Arzneimittel lösten vor allem ein hypoaktives Delir aus, erläuterte die Fachapothekerin für klinische Pharmazie. Im aktuellen Patientenfall springe Carbamazepin ins Auge. »Es ist nicht in erster Linie delirfördernd, aber dadurch, dass es häufig eine Hyponatriämie verursacht, kann der Patient ins Delir rutschen.« Hinzu kämen Zopiclon und Ciprofloxacin – ebenfalls delirogen. »Das ist schon eine Menge, was delirfördernd wirkt, plus Ibuprofen – besonders bei einer eingeschränkten Nierenfunktion – und Diuretika, die die Dehydratation fördern können.«
Um die richtigen Maßnahmen zu treffen, sei es wichtig, sich die Therapieziele klarzumachen, betonte Richling. Bei der Patientin bestünden diese darin, den Allgemeinzustand zu verbessern, die Lethargie zu mindern sowie die kognitive Leistung und die Übelkeit zu verbessern. Auch die Hyponatriämie müsse ausgeglichen werden. Im Hinblick auf angestrebte Zielwerte wie HbA1c und Blutdruck wies sie auf die Leitlinien hin und darauf, dass die Ziele für geriatrische Patienten oft weniger streng angesetzt werden.
Zusammenfassend seien folgende Maßnahmen sinnvoll: