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Patientin mit Delir
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Medikationsplan vertauscht

Eine geriatrische Patientin zeigt in der Frührehabilitation nach einer Schenkelhalsfraktur einen deutlich verschlechterten Allgemeinzustand. Die Medikationsanalyse offenbart, dass einige Arzneimittel ohne Indikation auf dem Plan stehen.
AutorKontaktJuliane Brüggen
Datum 15.05.2026  16:20 Uhr

Den Fall der 78-jährigen Patientin stellte Ina Richling, Pharm. D., beim Niedersächsischen Apothekertag in Hannover vor. Auffällig sei eine Aussage der Tochter gewesen: »Vor dem Sturz ist sie bis in den vierten Stock gelaufen.« In der Reha dagegen zeigte sich die Patientin zunehmend immobil, stark kognitiv eingeschränkt, müde und abwesend, was auf ein Delir hinweisen kann. Sie klagte zudem über Übelkeit. Der gemessene Blutdruck schwankte zwischen 130/70 und 110/60 mmHg.

Unter den Laborparametern stach der niedrige Natriumspiegel hervor, außerdem gab es Hinweise auf eine eingeschränkte Nierenfunktion. Ebenfalls wichtig für den Fall: »Sie hat einen deutlich zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel. Dagegen ist der Eisenstatus im normalen Bereich.«

Der Blick auf den Medikationsplan zeigte folgende Arzneimittel:

  • Metformin 1000 mg Tabletten (1-0-1)
  • Sitagliptin 50 mg Tabletten (1-0-1)
  • ASS 100 mg Tabletten (1-0-0)
  • Metoprolol 47,5 mg Retardtabletten (1-0-1)
  • Ramipril/HCT 5/25 mg Tabletten (1-0-0)
  • Lercanidipin 20 mg Tabletten (1-0-0)
  • Metamizol 500 mg Tabletten (Post-OP bei Bedarf bis zu 2-2-2-2)
  • Pantoprazol 40 mg Tabletten (1-0-1)
  • Eisen(II)-glycin-sulfat-Komplex 100 mg (1-0-1)
  • Carbamazepin 400 mg Tabletten (1-0-0)
  • Fingolimod 0,5 mg Tabletten (1-0-0)
  • Ciprofloxacin 250 mg Tabletten (1-0-1)

Die Tochter berichtete, dass die Patientin bei Gelenkschmerzen Ibuprofen und Zopiclon 7,5 mg zum Schlafen einnahm.

Neben der Fraktur waren die Diagnosen Sarkopenie, Exsikkose, Diabetes mellitus Typ 2, chronisches Koronarsyndrom, Gelenkschmerzen sowie ein länger zurückliegendes Mammakarzinom bekannt.

Erster Schritt: Abgleich der Diagnosen

Um die Ursachen des verschlechterten Zustands zu klären, sei der Abgleich der Medikationsliste mit den Diagnosen ein erster Schritt, betonte Richling. Dabei zeigten sich Auffälligkeiten. Einige Arzneimittel hatten keine zugehörige Indikation: Das Eisenpräparat, da der Status im Normbereich lag, sowie Carbamazepin und Fingolimod, denn weder Epilepsie noch Multiple Sklerose waren dokumentiert. Auch die Notwendigkeit des Antibiotikums, das die Unfallchirurgen aufgrund eines Harnwegsinfekts angesetzt hatten, sei fraglich, so Richling.

Es folgte der Anruf beim Hausarzt, der den Plan ursprünglich an die Unfallchirurgie übermittelt hatte. Dabei kam heraus: Der Plan war mit dem einer anderen Patientin vertauscht worden, die eine ansonsten ähnliche Medikation hatte.

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