Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Ergebnis verdoppelt
-
Linke gewinnt Wahl in der Hauptstadt

Mit Spitzenkandidatin Elif Eralp an der Spitze feiert die Linke einen historischen Wahlerfolg: Sie konnte ihr Ergebnis mehr als verdoppeln und wurde erstmals stärkste Partei im Berliner Abgeordnetenhaus. CDU und SPD verloren deutlich an Rückhalt.
AutorKontaktAlexander Müller
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 20.09.2026  18:02 Uhr
Datum Aktualisiert am 21.09.2026  12:40 Uhr

Laut vorläufigem Ergebnis wird die Linke bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus mit 25,7 Prozent stärkste Kraft. Sie liegt damit deutlich vor der CDU, die auf 18,8 Prozent kommt. Dahinter folgt die AfD (16,3 Prozent) und das Bündnis 90/Die Grünen (14,3 Prozent).

Die SPD folgt mit etwas Abstand mit 12,1 Prozent, ihr schlechtestes Ergebnis in der Hauptstadt aller Zeiten. Aktuell schafft das BSW den Einzug ins Abgeordnetenhaus nicht (4,7 Prozent), und auch die FDP ist sicher nicht drin.

Während die derzeit regierende CDU im Vergleich zur Wahl 2023 Verluste hinnehmen musste (-9,5 Prozentpunkte), konnte die Linke mit Spitzenkandidatin Elif Eralp deutlich zulegen (+13,4). Die Grünen müssen leichte Verluste (-4,1) hinnehmen, die SPD deutliche (-6,3), die AfD konnte zulegen (+7,2).

Damit hat die Linke den Auftrag zur Regierungsbildung. Eine deutliche Mehrheit hätte eine rot-grün-rote Koalition, deren größtes Streitthema die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne sein dürfte – das Wahlkampfthema Nummer eins der Linken wird vor allem in Reihen der SPD kritisch gesehen. CDU, Grüne und SPD könnten gegebenenfalls eine sogenannte Kenia-Koalition bilden; die knappen Mehrheitsverhältnisse hängen auch davon ab, ob es das BSW ins Abgeordnetenhaus schafft.

Wegen Pannen bei der Wahl 2021 musste diese 2023 wiederholt werden – und führte zu einem Regierungswechsel. Seitdem regiert in der Hauptstadt eine schwarz-rote Koalition. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verzichtete nach dem verpatzten Umgang mit dem Stromausfall in der Hauptstadt im Januar auf eine erneute Spitzenkandidatur. Für ihn war Stefan Evers an der Spitze der CDU angetreten.

Apothekerkammer Berlin: »Erfolg und eine glückliche Hand«

Die Apothekerkammer Berlin hat sich bereits zum Wahlergebnis geäußert. Zwar nehme sie keine politische Bewertung des Wahlergebnisses vor, dennoch wünsche sie den neuen Verantwortungsträgerinnen und -trägern für ihre Aufgabe »Erfolg und eine glückliche Hand«. Das teilte Ina Lucas, die Präsidentin der Berliner Apothekerkammer, auf Anfrage der PZ mit.

Für Lucas ist es entscheidend, dass die pharmazeutische und gesundheitliche Versorgung der Berlinerinnen und Berliner verlässlich, wohnortnah und zukunftsfest aufgestellt ist. »Dafür braucht es starke Vor-Ort-Apotheken, gute Rahmenbedingungen für Freiberufler und Selbstverwaltung sowie eine enge Einbindung der Gesundheitsberufe in die Weiterentwicklung der Versorgung«, so Lucas. 

Die Apothekerkammer Berlin werde ihre Expertise und die Interessen des Berufsstandes weiterhin »konstruktiv, unabhängig und parteipolitisch neutral in den gesundheitspolitischen Dialog« einbringen. 

Mehr von Avoxa