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Demenzen

Langsamer Abschied für alle

Vielfach werden Demenzkranke von ihren Ehepartnern oder Kindern betreut. Die meisten Angehörigen wissen zu Beginn der Erkrankung nicht, was auf sie zukommt. So ist es wichtig, in der Apotheke nicht nur Ansprechpartner für die Belieferung der Medikamente zu sein, sondern auch das Stigma der Krankheit zu brechen. Eine offene Frage, zum Beispiel »Wie geht es Ihnen mit der Krankheit Ihres Mannes, wie schaffen Sie die Betreuung?«, kann Türen für ein Gespräch öffnen.

Apotheker können auf Selbsthilfe- und Therapiegruppen, Pflegedienste und Hilfsmittel hinweisen. Patienten sollten frühzeitig, wenn sie geistig dazu noch in der Lage sind, die Rechtsverhältnisse klären und Vollmachten sowie eine Patientenverfügung ausstellen. Wird das versäumt, wird es bei fortschreitender Demenz immer mühsamer, die Bürokratie zur Betreuung im Sinn des Betroffenen zu bewältigen.

Auch gilt es, die Belastbarkeit der Betreuenden im Blick zu behalten. Wer selber an die Grenzen seiner Ressourcen kommt, braucht spätestens dann externe Hilfe bei der Pflege. Hier können die Apothekenmitarbeiter Mut zusprechen, solche Unterstützung anzunehmen.

Weil sich demenzkranke Menschen im Lauf der Krankheit in ihrem Wesen sehr verändern können, ist es für Angehörige auch psychisch schwer, die Betreuung geduldig und professionell zu leisten. Zudem müssen sie lernen zu akzeptieren, dass sich liebgewordene vertraute Rollen ändern. Einfacher ist es, wenn sie die Krankheit besser verstehen. »Das ist die Krankheit, die Ihren Mann so werden lässt. Er tut es nicht, um Sie zu ärgern«, so die aufmunternden Worte einer Apothekerin zu der Ehefrau eines Patienten.

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