Pharmazeutische Zeitung online
Nebennieren

Kleine Drüsen mit großer Bedeutung

Phäochromozytom

Die therapierefraktäre Hypertonie ist das Leitsymptom hormonaktiver ­Phäochromozytome. Patienten leiden ­typischerweise unter diesen drei Beschwerden: anfallsartige Tachykardien ­(Palpitationen), Kopfschmerzen und Schweißausbrüche. Auch Tremor und Nervosität sowie Sekundärkomplika­tionen wie eine schwere Retinopathie bei Hypertonie und paradoxe Blutdruckanstiege unter antihypertensiver Therapie können auftreten.

Außer im Nebennierenmark können sich die verursachenden Tumoren auch in Ganglien und Paraganglien entlang des sympathischen Grenzstrangs befinden. Etwa 0,1 bis 1 Prozent aller ­Hypertoniker, insgesamt 1 bis 2 von 100.000 Menschen in Deutschland, leiden an einem Phäochromozytom (25). Zur Diagnosestellung lässt der Arzt ­einmalig die Metanephrine (Methy­lierungsprodukte von Adrenalin und Noradrenalin) im Urin oder Plasma bestimmen.

Chirurgen müssen die tumurös befallene Nebenniere in der Regel entfernen. Vorbereitend nehmen Patienten über mehrere Tage einen α-Rezep­torenblocker wie Phenoxybenzamin ein, um einer übermäßigen Freisetzung von Adrenalin und Noradrenalin während der Operation entgegenzuwirken. Phenoxybenzamin blockiert irreversibel die α1- und α2-Rezeptoren. Ohne diese Vorbehandlung könnten Blutdruckkrisen und starke Blutdruckschwankungen auftreten (26). Danach kann die Gabe eines unselektiven Betablockers zusätzlich angezeigt sein (27). Meistens kann postoperativ das andere Organ den Ausfall kompensieren. /

Mehr von Avoxa