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Nebennieren

Kleine Drüsen mit großer Bedeutung

Katecholamin-Synthese im Nebennierenmark

Die Katecholamine Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin entstehen im Mark der Nebenniere (NNM) aus 1,2-Dihydroxybenzol (Englisch: Catechol). Dopamin und Noradrenalin wirkt als Neurotransmitter, Adrenalin hingegen als Hormon. Unter besonderer Belastung steigern Adrenalin und Noradrenalin die Aktivität des Herz-Kreislauf-Systems und sorgen dafür, dass dem Körper gespeicherte Energie zur Verfügung steht. Dopamin hingegen sorgt für positive Gefühle, reguliert aber auch Bewegungen (22).

Ob eine klinisch relevante Unterfunktion des NNM möglich ist, ist unklar (23). Bekannt ist ein akuter Ausfall der Nebennieren als Komplikation ­einer fulminanten Sepsis (Waterhouse-Friedrichsen-Syndrom, Nebennieren-Apoplexie). Patienten müssen sofort intensivmedizinisch und antibiotisch sowie mit Hydrocortison und Katecholaminen behandelt werden. Etwa neun von zehn Betroffenen überleben die ­Attacke nicht (24).

Bekannter ist eine Überproduktion von Katecholaminen. Deren Bestimmung spielt eine wichtige Rolle bei der Diagnose von hormonaktiven Tumoren des sympatho-adrenalen Systems, etwa bei Neuroblastomen im frühen Kindesalter oder Phäochromozytomen. Letztere sorgen für eine übermäßige Produktion von Adrenalin und Noradrenalin.

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