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IDT Biologika hilft bei Herstellung des Janssen-Impfstoffs

Das deutsche Unternehmen IDT Biologika möchte bei der Herstellung des Corona-Impfstoffs von Janssen unterstützen. Vor wenigen Wochen hatte IDT bereits angekündigt, schon bald den Astra-Zeneca-Impfstoff in Dessau herzustellen. Zudem entwickelt die Firma aus Sachsen-Anhalt auch einen eigenen Covid-19-Vektorimpfstoff.
PZ
16.03.2021  10:02 Uhr

Schon Mitte Februar hatte das Biopharmazie-Unternehmen IDT Biologika erklärt, ab Ende 2022 den Vektorimpfstoff von Astra-Zeneca in Dessau produzieren zu wollen. Dieser Impfstoff wird zurzeit aber von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) geprüft. Hintergrund sind vereinzelte Fälle von Thrombosen, die im Zusammenhang mit dem Impfstoff stehen könnten. In Deutschland  wird der Astra-Zeneca-Impfstoff wie in vielen weiteren Ländern zurzeit nicht verimpft, das erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am gestrigen Montag. Fast zeitgleich verkündete IDT Biologika zudem, dass die Dessauer Firma die Produktion eines weiteren Impfstoffs unterstützen werde. Der Covid-19-Impfstoff von Janssen, die pharmazeutische Sparte von Johnson & Johnson, soll bald in Dessau abgefüllt und verpackt werden. Die Kapazitäten kann IDT vorweisen, da diese bislang für den Dengue-Impfstoffkandidaten der Firma Takeda Pharmaceutical Company reserviert waren.

Der in Dessau produzierte Impfstoff von Janssen soll dabei für den weltweiten Vertrieb hergestellt werden. Zudem ist die Produktion des Janssen-Impfstoffs zunächst befristet angesetzt. Nach drei Monaten soll dort wieder der Dengue-Impfstoff vom Band rollen, da dies für dessen geplante Einführung wichtig ist. Der Dengue-Impfstoff hat noch keine regulatorische Zulassung erhalten.

Der Janssen-Impfstoff ist hierzulande seit kurzem zugelassen. Am 11. März erfolgte die entsprechende Zulassung in der Europäischen Union. Der Impfstoff muss nur einmal verimpft werden.

Der CEO von IDT Biologika, Jürgen Betzing, hob die Flexibilität der an der Kooperation teilnehmenden Pharma-Unternehmen hervor. »Diese kurzfristige Vereinbarung zwischen drei Pharmaunternehmen zeigt die Bereitschaft und Fähigkeit unserer Branche, kreative Ideen zur Lösung dieser Krise einzubringen. Mit unserer Produktion für Janssen und Astra-Zeneca sowie der Entwicklung unseres eigenen Covid-19-Impfstoffs gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Impfstoff-Forschung kann unser Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Covid-19 leisten.« Der von IDT Biologika mitentwickelte Impfstoff hatte zuletzt in Phase-I-Studien gezeigt, dass er sicher und gut verträglich ist. Allerdings war die Immunreaktion schwächer als erhofft.

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