| Johanna Hauser |
| 17.06.2026 16:20 Uhr |
Die Beurteilung nach CLEO erfolgt anhand eines Flussdiagramms. Der Interpretationsspielraum zeigte sich hier an der Frage, ob sich das leitliniengerechte Ansetzen einer Statin-Therapie wirklich positiv auf die Lebensqualität der Patientin auswirken könnte. Oder empfindet die Patientin es anders, weil sie eine Tablette (mehr) einnehmen muss? Ina Richling, die den Workshop gemeinsam mit drei Kolleginnen gab, wies darauf hin, dass die Bewertung der Relevanz nach CLEO auf den Zeitraum des Krankenhausaufenthalts bezogen werden solle. So werde eine übermäßige Interpretation vermieden.
Auch bei einer Klassifizierung nach NCC MERP solle man sich vor zu viel Interpretation hüten, sonst könne man schnell über das Ziel hinausschießen. Als Unterstützung steht auch hier ein Algorithmus bereit, der fünf Fragen beinhaltet:
Die Teilnehmenden klassifizierten die fehlende Statintherapie nach Apoplex von A (»Circumstances or events that have the capacity to cause error«) bis hin zu F (»An error occurred that may have contributed to or resulted in temporary harm to the patient and requires initial or prolonged hospitalization«) ein. Insbesondere die Einstufung in Kategorie F beruhte auf der Interpretation, dass die Patientin wegen der fehlenden Statintherapie stationär behandelt werde.
Erfolge die Klassifizierung jedoch strikt nach den fünf Fragen, so resultiere eher ein C (»An error occurred that reached the patient but did not cause patient harm«), so Richling. Die Referentinnen empfahlen, vor Nutzung der Systeme intern intensiv zu schulen, um im Team möglichst einheitlich zu klassifizieren.