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ADKA-Kongress
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Hilfreiche Tools für mehr AMTS im Krankenhaus

Mit der Zukunft der AMTS befassten sich beim ADKA-Jahreskongress gleich mehrere Workshops, unter anderem zum Einsatz künstlicher Intelligenz in der Arzneimittelinformation und zu Tools, die die Relevanz pharmazeutischer Interventionen bewerten sollen.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 17.06.2026  16:20 Uhr

Ampel-Projekt: App gibt Warnhinweise und Therapieempfehlungen

Gundler legte die verschiedenen Arten beziehungsweise Ebenen der KI dar – angefangen von einfachen Anwendungen bis hin zu Deep-Learning-Anwendungen. Je nach gewünschter Anwendung kommen verschiedene KI-Modelle in Frage. Dienstpläne beispielsweise seien klar strukturiert und folgten klaren Regeln, während zum Verstehen von Studien große Sprachmodelle benötigt würden. Gundler machte deutlich, dass KI – in verschiedenen Abstufungen – mit der Verarbeitung und Erkennung von Mustern arbeitet und so den Eindruck erweckt, als könne man sich mit ihr unterhalten. Daher sei es immanent, sehr konkret zu prompten.

Er unterstrich, dass Deutschland bei der durchaus defizitären Entwicklung von KI-Systemen abgehängt sei. Das biete nun die Möglichkeit, auf anderer Ebene einzusteigen – nämlich in die »Fütterung« der Systeme mit Daten. In Bezug auf sensible Daten, wie sie im Gesundheitswesen vorkommen, regte er an, mit kleinen Modellen zu arbeiten, die auch auf eigenen Servern betrieben werden könnten. Klinikübergreifende Kooperationen seien hier sinnvoll.

Als Beispiel eines gelungenen solchen Projekts nannte er Ampel/LAMPE des Universitätsklinikums Leipzig: Ampel ist ein KI-basiertes System zur Unterstützung von Entscheidungen und kann große Mengen klinischer Daten in Echtzeit auswerten, um Risiken und Komplikationen frühzeitig zu erkennen und die Patientensicherheit zu erhöhen. Daraus entstand die praktische Anwendung »LAMPE«, die als Medizinprodukt zugelassen ist. Dieses System unterstützt Ärzte im Klinikalltag mit automatischen Warnhinweisen und Therapieempfehlungen.

Beurteilung von ABP und Interventionen mit NCC MERP und CLEO

Pharmazeutische Interventionen können mit verschiedenen Systemen beurteilt werden. Der Workshop zur Relevanz pharmazeutischer Interventionen befasste sich mit zwei Systemen zu deren Einordnung – NCC MERP und CLEO:

  • The National Coordinating Council for Medication Error Reporting and Prevention (NCC MERP), mit dessen Hilfe die Schwere von Medikationsfehlern erfasst werden kann. Dabei wird das ABP dokumentiert und nach Schweregraden klassifiziert und ausgewertet.
  • Das CLinical, Economic and Organisational Tool, kurz CLEO, hingegen erfasst die Relevanz der Intervention hinsichtlich klinischer, ökonomischer und organisatorischer Gesichtspunkte. Es zeigt aber auch auf, wenn eine Intervention negative Auswirkungen hatte.

Um pharmazeutische Interventionen und Medikationsfehler dokumentieren und auswerten zu können, wurde das Modul »DokuPIK« der ADKA-Datenbank eingerichtet. Anhand mehrerer Patientenfälle machten sich die Teilnehmenden im Rahmen des Workshops mit dem Modul vertraut und beurteilten Patientenfälle sowohl nach NCC MERP als auch nach CLEO. Die Diskussionen verdeutlichten eindrücklich, wie unterschiedlich sowohl der Schweregrad des zugrunde liegenden Medikationsfehlers klassifiziert als auch die Relevanz der pharmazeutischen Interventionen interpretiert werden können – trotz der vorhandenen Entscheidungshilfen für beide Tools.

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