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Zoonosen
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Hautkrankheiten vom Haustier

Pathogene können vom Tier auf den Menschen übergehen. Einige lösen Dermatosen aus. Viele verlaufen selbstlimitierend, andere müssen behandelt werden.
AutorKontaktNicole Schuster
Datum 14.05.2023  08:00 Uhr

Ausbreitung einer Mikrosporie verhindern

Die Mykose Mikrosporie ist keine schwere Krankheit, kann aber hartnäckig sein. Juckreiz und möglicher Haarausfall belasten. Die spontane Abheilung kann dauern. Eine Behandlung mit Antimykotika verkürzt die Infektionszeit und verhindert die weitere Ausbreitung.

Je nach Schweregrad kann eine äußerliche Anwendung ausreichen. Dazu werden topische Antimykotika vom fungiziden Wirkungstyp wie Ciclopirox auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Systemische Medikamente sind erforderlich bei starkem Befall oder wenn die Kopfhaut betroffen ist. Dafür stehen zur Verfügung:

  • Terbinafin 250 mg einmal täglich für vier bis sechs Wochen,
  • Fluconazol 50 mg einmal täglich für vier bis sieben Wochen oder Fluconazol 150mg einmal wöchentlich für vier bis acht Wochen,
  • Itraconazol 100 bis 200 mg einmal täglich für zwei bis vier Wochen.

Griseofulvin ist ebenfalls wirksam, allerdings in Deutschland zurzeit nicht im Handel verfügbar (8). Wer sich die Haare abschneidet, kann bei befallener Kopfhaut den Heilungsprozess beschleunigen.

Utensilien wie Bürsten, Rasierer oder Handtücher sollten zu Behandlungsbeginn desinfiziert oder entsorgt werden. Zur Desinfektion eignet sich Chlorbleiche (Natriumhypochlorit, unterchlorige Säure). In höheren Konzentrationen reizt sie jedoch die Schleimhäute und Atemwege. Eine Alternative für kleine Flächen ist Enilconazol, ein Imidazol-Derivat, das in der Veterinärmedizin als Antimykotikum bei verschiedenen Pilzinfektionen eingesetzt wird. Zu beachten sind die längeren Einwirkzeiten (9).

Es gibt für Hunde und Katzen eine Impfung gegen Mikrosporie (Virbagen Mikrophyt). Die Immunisierung schützt weder vor Infektion noch vor einer klinischen Erkrankung. Bei geimpften Tieren ist aber eine höhere Erregerzahl nötig, um eine Infektion auszulösen. Die Impfung schwächt zudem die Symptome ab. Die Wirkung hält maximal ein Jahr an. Zu beachten ist, dass Pilze im Fell der Tiere nicht erreicht werden. Es besteht daher weiterhin ein Zoonose-Risiko für den Tierhalter, auch wenn die Ansteckungsgefahr geringer ist als bei ungeimpften Tieren (5–7, 10).

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