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Vaginalsekret
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Gesundes Mikrobiom sorgt für Balance

Vaginaler Ausfluss ist ein Oberbegriff für alle Flüssigkeiten, die unabhängig von der Menstruation aus der Vagina fließen. Veränderungen des physiologischen Vaginalsekrets können Beschwerden verursachen. Ein Tabuthema, für das eine empathische und kompetente Beratung in der Apotheke wichtig ist.
AutorKontaktBarbara Staufenbiel
Datum 19.10.2025  08:00 Uhr

Bakterielle Vaginose

Die Symptomatik einer bakteriellen Vaginose, häufig verursacht durch Staphylokokken, Streptokokken oder Coli-Bakterien, sind ein gelb-grüner oder grauer, dünner, übelriechender vaginaler Ausfluss. Dazu kommt ein meist fischiger Geruch, der sich bei alkalischem Ausfluss nach Geschlechtsverkehr oder Menstruation verstärkt.

Die Diagnose erfolgt durch gynäkologische Anamnese, pH-Wert-Messung des Vaginalsekrets und mikroskopische Untersuchung des Abstrichs (S2k-Leitlinie »Bakterielle Vaginose«, Version 5.0, Stand 2023). Der Arzt verordnet Metronidazol oral oder topisch oder alternativ 2-prozentige Clindamycin-Vaginalcreme (Tabelle). Die Therapie der Sexualpartner ist nicht erforderlich, wird aber bei chronisch rezidivierenden Verläufen ohne Evidenz erwogen.

Eine bakterielle Vaginose erhöht in der Schwangerschaft das Risiko von Frühgeburt, vorzeitigen Wehen oder Entzündung der Gebärmutter. Die Therapie erfolgt topisch mit Metronidazol oder Clindamycin. Ergänzend sind lokale Lactobacillus-Präparate zu empfehlen.

Erkrankung Symptome, Risiken Behandlung: Wirkstoff, Dosierung, ­Therapiedauer
Mykose starker, weißlich-bröckeliger, buttermilchähnlicher Ausfluss
Juckreiz der Scheide
Rötung und Schwellung der mit weißlichen Belägen bedeckten Vaginalschleimhaut
lokal: 1- oder 3-Tages-Behandlung mit Azol- oder Polyen-Antimykotika als Salbe, Ovula oder Kombipackung
oral: 1×150 mg Fluconazol (Rx)
bakterielle Vaginose gelb-grüner oder grauer, dünner, übelriechender vaginaler Ausfluss
fischiger Geruch
Metronidazol: oral 2×500 mg für 7 Tage
Metronidazol: topisch 0,75% Gel 5 g (ein Applikator voll) 1×/d für 5 Tage intravaginal
alternativ: topisch 2% Clindamycin-Vaginalcreme 1×/d für 7 Tage
Gonorrhö (Bakterium Neisseria gonorrhoeae) möglicher asymptomatischer Verlauf
Urethritis
Zervizitis mit eitrigem Ausfluss, aufsteigendem Verlauf und möglicher Infertilität
Ceftriaxon 1 bis 2 g i.m. oder i.v. einmalig plus Azithromycin 1,5 g oral einmalig
Cefixim 800 mg oral als Einmaldosis oder 2×400 mg oral im Abstand von 8 bis 12 Stunden plus Azithromycin 1,5 g oral als Einmaldosis
Genitalherpes (HSV-1, HSV-2) verstärkter Ausfluss
schmerzhafte Bläschen
Aciclovir: 3×400 mg oral für 7 bis 10 Tage oder 5×200 mg oral für 7 bis 10 Tage, in schweren Fällen: 3×5 mg/kg KG i.v. für 5 bis 7 Tage
Famciclovir: 3×250 mg oral für 7 bis 10 Tage
Valaciclovir: 2×500 mg oral für 7 bis 10 Tage
bei Bedarf Analgetika
Trichomoniasis (Trichomonas vaginalis) asymptomatischer Verlauf mit geröteter Vagina
Juckreiz, Brennen in der Scheide
dünner, grünlich-gelblicher, schaumiger, oft übelriechender Ausfluss
Zervizitis, Urethritis, Zystitis
vereinzelt Herpes-ähnliche Bläschen
Metronidazol: 2×500 mg oral für 7 Tage oder
einmalig 2 g
in hartnäckigen Fällen: Metronidazol plus Tinidazol 1×2 g oral für 7 Tage
Sexualpartner mitbehandeln
Chlamydien asymptomatischer Verlauf
vaginaler schleimig-eitriger Ausfluss
Zervizitis, Urethritis, Zystitis
mögliche Infertilität
Azithromycin: einmalig 1×1,5 g
Doxycyclin: 2×100 mg über 7 Tage
Erythromycin: 4×500 mg über 7 Tage
Sexualpartner mitbehandeln
Tabelle: Infektionen der Vagina und deren Behandlung

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