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Jeder Piks zählt
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Gemeinsam gegen Impflücken

Die Impfquoten sind bei vielen Schutzimpfungen in Deutschland weiterhin zu niedrig. Es braucht mehr Information und aktive Ansprache – und zwar gemeinsam von Apothekern, Ärzten und Politik. Darüber herrschte Einigkeit bei einer Diskussionsrunde bei der Pharma-World auf der Expopharm in München.
AutorKontaktKerstin A. Gräfe
Datum 18.09.2026  17:30 Uhr

Impfangebot digitalisieren

Aus Apothekersicht müsse das Impfangebot einfacher werden – für die Teams und die Patienten. Stichworte seien hier Bürokratieabbau und Digitalisierung, so Scharpf. In der Digitalisierung sieht auch Dr. Janka Schulte-Michels vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) eine große Chance. Sie verwies darauf, dass fehlende Impfungen oft nicht auf Unwillen, sondern auf Unwissenheit oder fehlender Erinnerung beruhen. In anderen Ländern seien Erinnerungssysteme längst Standard. Diese Systeme seien teils in einer digitalen Impfdokumentation inklusive eines elektronischen Impfausweises etabliert, der als vollwertiger Impfnachweis gehandelt werde.

Schulte-Michels sieht den Fokus der Industrie weniger in der Aufklärung, da dies vom Verbraucher oft als Werbung empfunden werde. Vielmehr liege der industrielle Beitrag darin, neue Impfstoffe mit neuen Technologien wie mRNA oder Virus-like Particles bereitzustellen. Im Moment befänden sich etwa 90 bis 100 Impfstoffe in der Entwicklung, zwei Drittel davon in Phase II der klinischen Prüfung oder weiter. Darunter seien auch solche gegen Krankheiten, die bislang nicht impfpräventabel waren, wie Borreliose.

Beruf wird wieder attraktiver

Als weiteren wichtigen Punkt führte Scharpf die Nachwuchsförderung an. So sei eine Ausbildungsapotheke, die auch ein Impfangebot anbietet, attraktiver für Pharmazeuten im Praktikum (PhiP). Nicht zuletzt sei die Apothekenreform in puncto Berufsbild ein Gewinn: »Jetzt können wir die Vielfalt unseres Berufs mit all unseren Kompetenzen ausspielen.« Das schlage sich auch bereits in den Immatrikulationszahlen nieder. An der LMU München habe es mit 130 Immatrikulationen mehr als jemals zuvor gegeben. »Wir haben jetzt wieder einen Numerus clausus«, freute sich Scharpf sichtlich.

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