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Reiseberatung
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Gefahren im Badeurlaub

In den Sommermonaten sind Reisen ans Meer beliebt. Doch einige Risiken können den Spaß am Wasser schnell beeinträchtigen, zum Beispiel der Tritt in eine Muschel oder Kontakt mit Quallen, Sonnenbrand oder eine Ohrentzündung. Auch Selbstüberschätzung und Leichtsinn können zum Verhängnis werden. Beratung in der Apotheke kann helfen und vorbeugen.
AutorKontaktDaniel Finke
Datum 04.06.2023  08:00 Uhr

Überschätzung der körperlichen Fitness

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) warnt besonders Menschen über 50 Jahren vor Badeunfällen durch Überschätzung. Viele Patienten geben zwar an, regelmäßig zu wandern, zu joggen und sich körperlich fit zu fühlen, überschätzen aber dennoch ihre körperliche Kraft bei Wellengang oder größerer Entfernung zum Ufer. Strömungen und wechselnde Wassertemperaturen belasten das Herz-Kreislauf-System stark, was zu einem Kreislaufkollaps führen kann (8).

Gerade beim Tauchen muss die körperliche Fitness richtig eingeschätzt werden. Eine medizinische Untersuchung zur Überprüfung der Tauchtauglichkeit ist wichtig. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, akuter Nasennebenhöhlenentzündung oder auch Schwangere sollten keinen Tauchgang absolvieren. Auch der »kleine Check-up« der Veranstalter ersetzt das medizinische Beratungsgespräch vor Reiseantritt nicht (8).

Seit Dezember 2022 steht die überarbeitete internationale S2k-Leitlinie »Tauchunfall« (AWMF-Registernummer: 072-001) zur Verfügung. Sie enthält neben Hinweisen zur hoch dosierten Sauerstofftherapie wichtige Hinweise zu verunfallten Kindern und Jugendlichen, zur Ersten Hilfe durch Laien und strukturierte Empfehlungen zur Diagnostik und Behandlung von Patienten durch Fachpersonal und Ärzte. Damit bietet sie eine wichtige Hilfestellung für eine rasche adäquate Behandlung.

Auch das Baden im See kann gefährlich sein, vor allem für Personen, die weit hinausschwimmen oder tauchen. Wer an den Erdkundeunterricht zurückdenkt, erinnert sich bestimmt noch an die Temperaturschichtung in stehenden Gewässern. Das Oberflächenwasser ist deutlich wärmer als die unteren Schichten. Bei Erreichen dieser kalten Schichten kann es zu einem Kälteschock oder Herzversagen kommen.

Ebenso gelten Baggerseen mit steil abfallenden Ufern als sehr gefährlich. Ebenfalls tückisch und damit zu meiden sind schlammige Böden oder Wasserpflanzen, in denen man einsinken oder sich verfangen kann.

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