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Reiseberatung
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Gefahren im Badeurlaub

In den Sommermonaten sind Reisen ans Meer beliebt. Doch einige Risiken können den Spaß am Wasser schnell beeinträchtigen, zum Beispiel der Tritt in eine Muschel oder Kontakt mit Quallen, Sonnenbrand oder eine Ohrentzündung. Auch Selbstüberschätzung und Leichtsinn können zum Verhängnis werden. Beratung in der Apotheke kann helfen und vorbeugen.
AutorKontaktDaniel Finke
Datum 04.06.2023  08:00 Uhr

Bewohner des Meeres

In den Tiefen der Meere lauert ein weiteres Risiko. Plötzlich auftretende Schmerzen beim Schwimmen oder nach dem Klettern am Riff deuten nicht selten auf einen Kontakt mit einer Qualle, einem giftigen Fisch, exotischen Krebstier oder einer Wasserpflanze hin. Gerade in tropischen Ländern ist die Zahl solcher Wasserbewohner relativ hoch. Aber auch in der Nord- und Ostsee lauern Gefahren wie der Stachel von Petermännchen oder im Mittelmeer der plötzliche Kontakt mit einem Seeigel.

Da daraus oft schlimme Wunden oder schmerzhafte Entzündungen resultieren, ist der Arztbesuch häufig unabdingbar. Der Kontakt mit den Tentakeln von exotischen Quallen wie der Seewespe, die Gifte enthalten, kann im schlimmsten Fall zum plötzlichen Herztod führen. Auf keinen Fall sollte man versuchen, anhaftende Tentakel mit Süßwasser zu entfernen. Oft verschlimmert dies die Verletzung durch Aktivierung der verbliebenen Nesselzellen. Die anhaftenden Tentakel werden mit Seewasser oder Weinessig übergossen und unter ärztlicher Aufsicht entfernt.

Sind Urlauber auf ein Petermännchen im Schlamm der Nordsee getreten, gilt es, den Stachel schnellstmöglich zu entfernen. Der Stich führt zu stechenden lokalen Schmerzen, starken Gelenkschmerzen und Schwellungen. Ein Arztbesuch ist unumgänglich, auch vor dem Hintergrund zunehmender allergischer Reaktionen bis hin zum Herzstillstand (4).

Achtung Blüte: Gefahren durch Blaualgen

Hohe Temperaturen von Seen, aber auch von Nord- und Ostsee begünstigen das Wachstum von Blaualgen. Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich nicht um Algen, sondern um Bakterien, die sich bei warmer windiger Witterung stark vermehren können. Besonders gefährdet sind flache Seen oder Meere, bei denen auch die tieferen Wasserschichten durch die Sonneneinstrahlung erwärmt werden.

Die Algenblüte bildet regelrechte Teppiche aus, die oft am muffigen Geruch, trüben Wasser und blaugrünlich schimmernden Schlieren auf der Wasseroberfläche zu erkennen sind. Da die von den Cyanobakterien produzierten Toxine im Wasser löslich sind, können sie nach dem Verschlucken zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Gliederschmerzen führen. Ebenso kann der bloße Hautkontakt Bindehautentzündungen, Ohrenschmerzen oder Wundinfektionen hervorrufen (4). Nicht selten reagieren Betroffene mit Haut- und Schleimhautreizungen, die mit allergischen Reaktionen verbunden sein können. Wurden große Mengen von Toxin-belastetem Wasser verschluckt, drohen Atemwegserkrankungen sowie im schlimmsten Fall Lähmungen von Lungenregionen und der Erstickungstod.

Ebenso sollten Tiere, zum Beispiel Hunde, kein mit Cyanobakterien-Toxinen angereichertes Wasser trinken. In der Vergangenheit kam es wiederholt zum Tod der Tiere.

▶ Sind die eigenen Füße nicht mehr zu erkennen, wenn das Wasser bis zu den Knien steht, ist das Baden zu unterlassen. Normalerweise ekelt man sich ohnehin vor der trüben Brühe und meidet sie. Nach dem Baden sollte man nasse Badebekleidung schnell ausziehen und sich abduschen, damit Toxine und Bakterienbestandteile nicht länger auf der Haut verbleiben.

Treten nach dem Baden Symptome oder Veränderungen am Körper auf, ist schnellstmöglich ein Arzt aufzusuchen. Gegebenenfalls sind die für den Wasserschutz zuständigen Behörden zu informieren.

Mit Blick auf den Klimawandel ist keine kontinuierliche Zunahme der Algenblüte nach jetzigem Kenntnisstand und verfügbaren Messmethoden wie Satellitenbildern feststellbar. Gemäß einer Hypothese soll der Klimawandel für die Zunahme der Algenblüte mitverantwortlich sein. Ein Zusammenhang ist bislang nicht nachweisbar (5, 6, 7).

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