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Neue Instanz ZEPAI

Fünf Pharmaunternehmen künftig »pandemiebereit«

Deutschland soll künftig im Pandemiefall besser gewappnet sein. Ab sofort koordiniert das Zentrum für Pandemie-Impfstoffe und -Therapeutika (ZEPAI) im Auftrag des Paul-Ehrlich-Instituts den Aufbau einer resilienten Produktionsstruktur. Pharmaunternehmen können sich für Bereitschaftsverträge zur Impfstoffproduktion bewerben. Die Ausschreibung läuft bereits.
Ev Tebroke
01.10.2021  16:30 Uhr

Die Entwicklung von Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 ist sicher eine Erfolgsgeschichte. In nicht einmal einem Jahr standen in Deutschland und der EU wirksame Vakzine gegen Covid-19 bereit – normalerweise braucht es dazu mehrere Jahre. Trotzdem hat die Pandemie auch gezeigt, welche Schwierigkeiten bei einer notwendigen adhoc-Produktion von Impfstoffen im großen Stil bestehen. Beteiligte Pharmaunternehmen und -hersteller wie Pfizer, Biontech, Astra-Zeneca und andere mussten erst die entsprechenden Produktionskapazitäten schaffen, Standorte umrüsten oder neu aufbauen, um die Vakzine produzieren und die enorme Nachfrage bedienen zu können.

Um bei zukünftigen Pandemien schneller mit entsprechenden Impfstoffen und Therapeutika reagieren zu können, hat nun das neu errichtete Zentrum für Pandemie-Impfstoffe und -Therapeutika (ZEPAI) am Paul-Ehrlich-Institut (PEI) seinen Dienst aufgenommen, wie das PEI am Freitag mitteilte. Die Leitung hat kommissarisch Professor Isabelle Bekeredjian-Ding übernommen, Leiterin der Abteilung Mikrobiologie des PEI. Einen entsprechenden Auftrag zur Errichtung eines solchen Zentrums hatte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) dem PEI am 14. September erteilt. Demnach soll das ZEPAI zukünftig die Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen unterstützen und koordinieren sowie deren Distribution im Pandemiefall übernehmen. Seine Aufgaben umfassen dabei den Aufbau entsprechender Infrastrukturen in Deutschland sowie die nationale und internationale Vernetzung.

Für die schnellere Bereitstellung von Produktionskapazitäten sollen künftig ausgewählte Pharmaunternehmen dauerhaft »pandemiebereit« sein, wie der Leiter der Taskforce Impfstoffproduktion beim Bundeswirtschaftsministerium, Christoph Krupp (SPD), im Vorfeld erläuterte. Im Rahmen einer virtuellen Veranstaltung des Bundesverbands der Arzneimittelhersteller (BAH) am 30. September beschrieb der Impfstoffbeauftragte des Bundes unter anderem die Entstehung und die Ausgestaltung dieses Vorhabens. Demnach hatte das BMG auf dem sogenannten Impfgipfel im Februar die Gründung einer Taskforce Impfstoffproduktion beschlossen. Diese nahm im März ihre Tätigkeit auf mit der Aufgabe, hierzulande eine resiliente Produktionsstruktur aufzubauen.

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