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Impfsaison
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»Freue mich über jede Apotheke, die Impfangebote macht«

Das Impfen in Apotheken ist ein Politikum. Nicht alle sind damit zufrieden. Kurz vor der »Langen Nacht des Impfens« hat die PZ Stimmungsbilder aus einigen Gesundheitsministerien eingeholt, um zu erfahren, welche Rolle Impfungen in Apotheken für die lokale Politik spielen.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 23.10.2026  13:00 Uhr

Seit dem Inkrafttreten des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) dürfen Apotheken alle Totimpfstoffe verabreichen. Gerade zu Beginn der Impfsaison gegen Influenza und Corona taucht dieses Thema neu auf und wird umfassend diskutiert. Denn nicht alle Interessengruppen sind damit einverstanden. So sorgte etwa die Kassenärztliche Bundesvereinigung mit ihrer Kampagne »Impfen beim Profi« für Aufregung bei Politik und Apotheken.

Kurz vor der »Langen Nacht des Impfens«, die am 12. November bundesweit in Apotheken stattfinden wird, hat die PZ bei einigen Gesundheitsministerien der Länder nachgefragt, wie die Gesundheitsministerinnen und -minister das Impfen in Apotheken bewerten.

Impfungen im ländlichen Raum stärken

»Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels müssen Kompetenzen aller Gesundheitsberufe stärker genutzt werden. Das ist gerade im ländlichen Raum für eine gute, flächendeckende Gesundheitsversorgung wichtig«, sagt die noch amtierende Gesundheitsministerin Mecklenburg-Vorpommerns, Stefanie Drese (SPD), gegenüber der PZ. »Deshalb freue ich mich über jede Apotheke, die Impfangebote macht.«

Denn in ländlichen Räumen fehlen zunehmend Hausärztinnen und Hausärzte. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts IGES, die im Auftrag des Bosch Health Campus durchgeführt wurde. Demnach könnten bis 2040 rund 12.000 Hausarztstellen in Deutschland unbesetzt sein, was einem Fünftel aller Stellen entspricht.

Auch die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) betont, dass Apotheken, insbesondere im ländlichen Raum, eine wohnortnahe Anlaufstelle für viele Menschen sind. »Diese niedrigschwelligen Impfangebote können den Menschen dabei helfen, lange gesund zu bleiben – natürlich im Miteinander mit der Ärzteschaft.«

Impfquoten nachhaltig erhöhen

Doch Apotheken können auch bei der Verbesserung der Impfquoten helfen. Das aktuelle Impfquotenmonitoring des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigt deutliche Impflücken in verschiedenen Altersgruppen. So werden beispielsweise bei den über 60-Jährigen die empfohlenen Impfungen bislang nur unzureichend wahrgenommen.

»Wenn wir Impfquoten nachhaltig erhöhen wollen, müssen wir Hürden abbauen. Apotheken bieten dafür einen hervorragenden, niedrigschwelligen Zugang«, teilt Thüringens Gesundheitsministerin Katharina Schenk (SPD) auf Anfrage der PZ mit. »Bürgerinnen und Bürger erhalten dort meist wohnortnah und ohne lange Wartezeiten eine sichere, fachkundige und unkomplizierte Beratung und Betreuung – auch beim Impfen.«

»Jede Impfung zählt!«, sagt auch der baden-württembergische Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand (Bündnis 90/Die Grünen). »Wir wollen mehr Impfschutz, weniger Impflücken und höhere Impfquoten in Baden-Württemberg erreichen. Apotheken können dazu einen wichtigen Beitrag leisten.« Dafür sei es entscheidend, alle verfügbaren Strukturen sinnvoll zu nutzen, Impfangebote wohnortnah und unkompliziert zu gestalten und dabei höchste Standards bei Qualität und Sicherheit zu gewährleisten. 

Ein Gewinn für die Versorgung

Auch Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU) befürwortet grundsätzlich, dass Apotheken mehr Impfungen anbieten, da dies die Arztpraxen entlaste und den Bürgerinnen und Bürgern kürzere Wege und Zeiten ermögliche. Dies teilte das hessische Gesundheitsministerium auf Anfrage mit. »Impfungen in Apotheken können somit ein Gewinn für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger sein«, heißt es vonseiten des Ministeriums.

Auch das von der SPD geführte niedersächsische Gesundheitsministerium gibt in einem Statement bekannt: »Apotheken stellen neben der stationären und ambulanten Versorgung eine wichtige Säule in unserem Gesundheitssystem dar.« Eine Ausweitung von Impfangeboten werde somit sehr begrüßt. »Das qualifizierte Personal der Apotheken kann seine vorhandenen Fähigkeiten und Erfahrungen durch das bereits bestehende Impfangebot in einem größeren Umfang nutzen und so zu einer Entlastung des Gesundheitssystems und zur Erhöhung der Impfquoten beitragen.«

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