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KBV verärgert die Politik
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Pantazis kritisiert Anti-Apotheken-Impfkampagne

Im Oktober startet die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) die Kampagne »Impfen beim Profi«. Damit will sie auch vor dem Impfen in Apotheken warnen. Christos Pantazis (SPD) und die Linke reagieren darauf. Auch in den sozialen Medien gibt es scharfe Kritik.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 21.09.2026  15:40 Uhr

Auf Anfrage der PZ macht der gesundheitspolitische Sprecher der SPD deutlich, dass Ärztinnen und Ärzte zentrale Ansprechpartner für Impfungen »sind und bleiben«. Dennoch kritisiert er die Kampagne der KBV. Diese dürfe nicht den Eindruck erwecken, qualifizierte Apothekerinnen und Apotheker seien keine Profis. »Arztpraxen und Apotheken gegeneinander auszuspielen, hilft uns nicht weiter«, so Pantazis. »Entscheidend ist am Ende nicht, wer den Pieks setzt, sondern dass möglichst viele Menschen einen sicheren und unkomplizierten Zugang zu empfohlenen Impfungen erhalten.«

Auch die Linke reagiert. So schreibt die Abgeordnete Stella Merendino auf Anfrage der PZ, dass sie die KBV-Kampagne für falsch hält. »Apotheker*innen auf diese Weise als Nicht-Profis zu diskreditieren, ist eine Frechheit. Wir brauchen mehr niedrigschwellige Impfangebote und Zusammenarbeit statt Revierkämpfe zwischen Gesundheitsberufen.«

Der gesundheitspolitische Sprecher der Linken, Ates Gürpinar, äußerte sich gegenüber der PZ zu der Kampagne. »Ich halte nichts davon, Ärztinnen und Ärzte gegen Apotheken auszuspielen.« In Apotheken würden Profis arbeiten, hochqualifizierte Fachkräfte, die einen wichtigen Beitrag zur wohnortnahen Versorgung leisten würden. Viele Arztpraxen seien überlastet, Patientinnen und Patienten würden oft extrem lange auf Termine warten. »Da darf zusätzliche Versorgung nicht reflexhaft blockiert werden.« 

Preschel: »Wir impfen die Leute nicht einfach beim Vorbeigehen«

Reaktionen gab es zudem in den sozialen Medien: Apotheker und Influencer Leon Preschel teilte in einem Insta-Videomit: »Laut diesem KBV-Vorstand bin ich als Apotheker kein Profi und könnte medizinisch gar nicht kompetent beraten. Wir impfen die Leute nicht einfach beim Vorbeigehen, und wir sprechen auch mit den Leuten«, so Preschel. »Wir haben sogar eine Aufklärungspflicht.«

Der PZ-Post auf Instagram zum Thema erhielt mehr als 100 Kommentare. Eine Leserin fragte sich: »Wann fangen wir endlich an mit Teamplaying zwischen Ärzten und Apotheken«, während ein anderer kommentierte, dass das Impfen in Apotheken in anderen Ländern gang und gäbe sei. Eine andere Nutzerin schrieb: »Traurig. Doch es gibt auch viele Befürworter und Netzwerke, die ausdrücklich befürworten, dass die Wartezimmer sich leeren und begrüßen, das Impfleistung verlagert werden und für andere ärztliche Tätigkeiten mehr Zeit bleibt.«

Mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) ist die Impfbefugnis für Apotheken auf alle Totimpfstoffe erweitert worden. Außerdem dürfen gesondert geschulte PTA ebenfalls impfen.

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