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Würmer

Einheimische Parasiten

Angesichts der Corona-Pandemie verbringen heuer viele Familien ihren Urlaub im Inland. Dass es auch in unseren Regionen parasitische Würmer gibt, die über halbgares (Grill-)Fleisch, Erde oder kontaminiertes Wasser in ihren Wirt gelangen, ist den wenigsten bekannt. Vor allem Kinder infizieren sich häufiger.
Marion Hofmann-Aßmus
16.08.2020  07:57 Uhr

Parasitische Würmer (Helminthen) sind weltweit verbreitet. Aufgrund guter hygienischer Bedingungen und einer umfassenden veterinärmedizinischen Kontrolle aller Lebensmittel spielen in Deutschland nur noch wenige Spezies eine Rolle. »Dazu gehören beispielsweise der Madenwurm, der Fuchs- und Hundebandwurm sowie Trichinen«, erklärte Professor Dr. Klaus Brehm vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie, Würzburg, im Gespräch mit der PZ.

Der Mensch ist für viele Würmer, zum Beispiel Fuchs- oder Hundebandwurm, ein Fehlwirt: Er gibt die Infektion nicht an den nächsten Wirt weiter. Ohne seinen natürlichen Zwischen- oder Endwirt kann der Parasit seinen normalen Entwicklungszyklus aber nicht vervollständigen. Dieser verläuft in der Regel in mehreren Schritten: Im Endwirt produziert der Wurm Eier, die mit dem Stuhl oder Kot ausgeschieden und von einem Zwischenwirt (andere Spezies) oral aufgenommen werden. Im Zwischenwirt entwickeln sich Larven, die den Darm verlassen und in der Muskulatur oder anderen Organen Zysten bilden. Verzehrt der Endwirt dieses Fleisch mitsamt den infektionsfähigen Zysten, werden die Parasiten im Darm frei und entwickeln sich zu adulten Würmern, die wiederum Eier ablegen.

Beim Rinderbandwurm ist es umgekehrt: Hier kommt es darauf an, ob das Rind Kontakt zu menschlichen Fäkalien hat. / Foto: Adobe Stock/auremar
Wenn Menschen engen Kontakt zu Tieren und ihren Ausscheidungen haben, ist eine Übertragung von Endoparasiten möglich. / Foto: Imago Images/Panthermedia

Dient der Mensch als Endwirt wie beim Rinderbandwurm, lassen sich die Würmer im Darm durch Anthelminthika relativ einfach erreichen und erfolgreich bekämpfen. Deutlich schwieriger ist die Behandlung der Larven, die vom Darm aus insbesondere in die Leber, aber auch in andere Organe wandern, wo sie unter anderem Blutungen, Gewebezerstörung oder entzündliche Reaktionen hervorrufen. Je nach Spezies können Wurmlarven im menschlichen Körper über mehrere Monate oder sogar Jahre lebensfähig bleiben.

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