Steht eine anstrengungsinduzierte Anaphylaxie im Zusammenhang mit bestimmten Lebensmitteln, ist am häufigsten Gluten der Auslöser. / © Getty Images/Daniel Day
Charakteristisch für eine FDEIA ist, dass weder das betreffende Nahrungsmittel noch die körperliche Belastung allein Beschwerden verursachen müssen. Erst in Kombination können sie zur allergischen Reaktion führen. Neben Meeresfrüchten sind auch andere Lebensmittel potenzielle Auslöser, etwa Eier, Milch oder Soja.
Am häufigsten tritt die FDEIA in Kombination mit dem Verzehr von Weizen auf. Dabei spielt Omega-5-Gliadin, ein Bestandteil des Glutens im Weizen, eine zentrale Rolle bei der Entstehung. Die Antikörper, die der Körper gegen dieses Antigen bildet, können bei rund 80 Prozent der Betroffenen im Blut nachgewiesen werden und dienen als wichtiger diagnostischer Marker.
Grundsätzlich gehören zur Diagnostik einer Sportallergie immer ein Anamnesegespräch sowie Prick- und Bluttests. In einigen Fällen wird auch ein Provokationstest unter engmaschiger Kontrolle in einer Klinik durchgeführt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Beschwerden sehr stark ausgeprägt sind, aber die vorherigen Untersuchungen negativ ausfielen.
Erschwert wird die Diagnose durch verschiedene Cofaktoren, die zusätzlich an der Entstehung beteiligt sein können. Laut einer Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 erhöhen insbesondere nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen, Alkohol sowie die Bewegung selbst die gastrointestinale Permeabilität und können so zu einer gesteigerten Allergenaufnahme beitragen (»Current Allergy and Asthma Reports«, DOI: 10.1007/s11882-024-01176-4). Auch Infektionen, Hitze, die Trainingsintensität, Umwelteinflüsse und atopische Vorerkrankungen wie Asthma oder allergische Rhinitis spielen dabei eine Rolle. Fallberichte zeigten in der Vergangenheit zudem einen Zusammenhang mit dem weiblichen Zyklus: die Kombination aus Nahrungsmittel und Training löste in einzelnen Fällen ausschließlich während der Menstruation Symptome aus.