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Schnelltests

Dm will bundesweit Testzentren aufbauen

Die Drogeriemarkt-Kette dm will bundesweit vor ihren Märkten kostenlose Schnelltests anbieten. Los geht es in Baden-Württemberg. Dort kann das Unternehmen auf breite Unterstützung der Landesregierung bauen.
Stephanie Schersch
04.03.2021  14:00 Uhr

Sie sind die neuen Hoffnungsträger der Nation - so könnte man es etwas überspitzt formulieren, wenn man in diesen Tagen über Schnelltests auf das Coronavirus spricht. Tatsächlich sind vor allem diese Tests, die uns in den kommenden Wochen eine schrittweise Rückkehr in den Alltag erlauben sollen. Fünf Etappen haben Bund und Länder ausgemacht, die zu einer vorsichtigen Öffnung von Kultur und Handel führen sollen. Jeder Bürger soll ab dem 8. März Anspruch auf einen kostenlosen Schnelltest pro Woche bekommen, um mit einem positiven Ergebnis am öffentlichen Leben wieder ein Stück weit teilnehmen zu können. Die Kosten für diese Tests wird der Bund übernehmen.

Bislang können lediglich Ärzte, Apotheker, Zahnmediziner und Labore Schnelltests im Auftrag der Länder übernehmen. Nun bringt sich mit der Drogeriemarkt-Kette dm der erste private Anbieter in Stellung. Schon bald sollen sich Bürger auch vor dm-Märkten in Schnelltest-Centern der Kette durch geschulte Mitarbeiter kostenfrei testen lassen können. Das kündigte der Branchenriese am heutigen Donnerstag in Karlsruhe an. Dort fand vor dem Hauptsitz der Firma ein erster Probelauf statt, an dem auch der baden-württembergische Sozialminister Manne Lucha (Bündnis 90/ Die Grünen) teilnahm. »Die Wirtschaft kann zum Ausbau der Teststrukturen einen wichtigen Beitrag leisten«, sagte er. Dm gehe mit seiner Initiative nun voran. »Ich hoffe, dass noch weitere Angebote aus der Wirtschaft dazukommen werden.«

Länder können Dritte beauftragen

Möglich macht den Vorstoß der Drogeriemarkt-Kette die geplante Änderung der bundesweiten Testverordnung, die am Montag in Kraft treten soll. Demnach sollen die Länder künftig auch »weitere geeignete Dritte« beauftragen können, sofern sie ausreichend qualifiziert und zuverlässig sind. Damit fällt die Beschränkung auf Leistungsbringer wie Ärzte und Apotheker weg. Für ihren Einsatz bekommen Anbieter aus der Wirtschaft dabei das gleiche Honorar wie die Apotheken vor Ort. Pro Test können sie maximal 6 Euro abrechnen, hinzu kommen 12 Euro für die Leistung, wie aus der geplanten Testverordnung hervorgeht.

Dm-Chef Christoph Werner machte deutlich, dass die Testcenter in Baden-Württemberg für ihn nur der Anfang sind. So wolle man dazu beitragen, dass die Menschen in ihrem Alltag wieder ein Stück Normalität erleben könnten. »Daher haben wir Land und Bund ein Konzept vorgelegt, wie wir zunächst in Baden-Württemberg und dann auch deutschlandweit Schnelltest-Center bei unseren dm-Märkten einrichten können«, so Werner. Ganze 340 Märkte betreibt dm im Südwesten der Republik, deutschlandweit sind es 2040 Filialen.

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