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Erektile Dysfunktion

Die Scham überwinden

Zum Arzt zu gehen, fällt manchen Männern nicht leicht. Noch schwerer fällt es vielen, mit ihm über Erektionsprobleme zu sprechen. Dabei gibt es gute Gründe, sich dazu zu überwinden. Einfache Therapieoptionen sind nur einer davon.
Maria Pues
29.07.2020  08:00 Uhr

Die erektile Dysfunktion (ED) ist definiert als mindestens sechs Monate andauernde Unfähigkeit, eine penile Erektion zu erreichen und aufrechtzuerhalten, die für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreicht. Während man davon ausgeht, dass gut 2 Prozent der Männer zwischen 20 bis 29 Jahren betroffen sind, steigt der Anteil bei 60- bis 69-Jährigen auf mehr als 50 Prozent. Keine ED liegt vor, wenn es nur gelegentlich nicht klappt.

Einer ED können organische und/oder psychische Ursachen zugrunde liegen. Zu den organischen Ursachen gehören unter anderem vaskuläre, neurogene oder endokrine Störungen. Bei den psychischen Ursachen unterscheidet man einen generalisierten Typ (zum Beispiel Libidomangel) von einem situativen Typ, bei dem die Partnerin oder der Partner, bestimmte Umstände oder Konflikte eine Rolle spielen. Während bei jüngeren Männern häufiger psychische Gründe vorliegen, überwiegen mit zunehmendem Alter organische Ursachen. Nicht selten spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die sich zudem gegenseitig verstärken können. Zu Grunderkrankungen, die das Risiko für eine ED erhöhen, gehören Adipositas, Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen.

In der Therapie stellen heute Phosphodiesterase-5 (PDE-5)-Inhibitoren die Mittel der ersten Wahl dar. Auch in der Diagnostik kommen sie zum Einsatz. Ein gutes Ansprechen spricht für ein intaktes Gefäßsystem. Vier Substanzen stehen dabei zur Verfügung. In der Reihenfolge ihrer Zulassung sind dies Sildenafil (1998, Viagra® Pfizer und Generika), Tadalafil (2003, Cialis® Lilly und Generika), Vardenafil (2003, Levitra® Jenapharm) und Avanafil (2014, Spedra® Berlin-Chemie Menarini). Sie hemmen das Enzym Phosphodiesterase-5, das vorwiegend in der glatten Muskulatur der Penisschwellkörper, in der Lunge und den in Thrombozyten vorkommt. Dadurch erhöhen sie die Konzentration an zyklischem Guanosinmonophosphat (cGMP) und bewirken über eine Aktivierung von endothelialem Stickstoffmonoxid (NO) eine Gefäßerweiterung. Auch Kontraindikationen und Wechselwirkungen sind bei den vier Substanzen, die alle vorwiegend über CYP3A4 metabolisiert werden, ähnlich.

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