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DAT ist eröffnet
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Die Reform ist durch, die Herausforderungen bleiben

Zur Eröffnung des Apothekertags in München hat ABDA-Präsident Thomas Preis die Apothekenreform als wichtigen Erfolg gewürdigt, zugleich aber vor neuen Belastungen durch den höheren Kassenabschlag und den Versandhandel gewarnt. Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) habe die noch ausstehende Verordnung unterschrieben.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 15.09.2026  13:30 Uhr

Preis: Klarer Auftrag der Apothekenstärkung

Die Bedeutung der Apotheken für die Menschen belegten auch Zahlen, so Preis. So habe eine von der ABDA in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage erst im vergangenen Jahr ergeben, dass 96 Prozent der Menschen in Deutschland es für wichtig oder sehr wichtig hielten, eine Apotheke in erreichbarer Nähe zu haben. »96 Prozent«, rief Preis. »Ich finde, viel deutlicher kann ein Auftrag an die Gesundheitspolitik kaum sein, die Apotheken zu stärken.«

In einer Art Zwischenbilanz zur Gesundheitspolitik der aktuellen Legislatur würdigte Preis die Apothekenreform zwar als wichtigen Schritt zur wirtschaftlichen Stabilisierung der Apotheken. Das stufenweise auf 9,50 Euro erhöhte Fixum sei nach Jahren des Stillstands »eine substanzielle Anpassung«.

Scharfe Kritik übte der ABDA-Präsident indes am erhöhten Kassenabschlag. Zum 1. Januar müssen Apotheken einen um 30 Cent auf 2,07 Euro erhöhten Abschlag an die Kassen abdrücken.  Damit werde ein großer Teil der Honorarrhöhung – »satte 26 Prozent« – wieder abgeschöpft. Preis appellierte an den Minister, diese Entscheidung dringend zu überprüfen, denn »weitere Apothekenschließungen vermeidet man dadurch nicht«. Preis erinnerte daran, dass die Apothekenzahl in den vergangenen 13 Jahren um etwa 20 Prozent gesunken sei. Diese Entwicklung gelte es zu stoppen.

Die Reform übertrage den Apotheken neue Aufgaben und mehr Verantwortung, etwa mehr Impfungen, zusätzliche Präventions- und Testleistungen sowie in bestimmten Fällen Rx-Anschlussversorgung auch ohne aktuelle Verordnung. Die Apothekerschaft sei bereit, diese erweiterte Rolle in der Gesundheitsversorgung zu übernehmen – der gestern veröffentlichte Apothekenklimaindex, für den jährlich 500 Apothekeninhaberinnen und Apothekeninhaber befragt werden, belege diese Bereitschaft.

Die Versender endlich einfangen

Die Apotheken zeigten deutlich, dass sie im Schulterschluss mit anderen Leistungserbringern die Versorgung verbessern wollten, so Preis. Dies habe die ABDA schon im Frühjahr mit ihrem Positionspapier »Die zukünftige Rolle der Apotheke in der Primärversorgung« verdeutlicht. Wichtig sei die Digitalisierung, namentlich die assistierte Telemedizin als »wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer noch umfassenderen Versorgung aus der Apotheke heraus«.

Für eine gute Versorgung unter fairem Wettbewerb gelte es, den Versendern Einhalt zu gebieten, forderte Preis. Er verwies auf deren neueste Aktionen, mit der Aussicht auf den Erlass der gesetzlichen Zuzahlungspflicht auf Kundenfang zu gehen. Dadurch verschafften sich Versender einen Wettbewerbsvorteil und – noch schwerwiegender – setzten die steuernde Wirkung der Zuzahlung außer Kraft. Die mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz erheblich erhöhte Zuzahlung verschärfe die Lage noch. »Diese Gesamtsituation ist für uns nicht länger hinnehmbar«, beklagte Preis. In zahlreichen Anträgen werde sich die Apothekerschaft in den kommenden drei Tagen mit dem Versandhandel auseinandersetzen.

Ihre Inkasso-Position, die sie im Übrigen auch bei Herstellerrabatten zugewiesen bekämen, lehnten die Apotheken entschieden ab. »Das ist nicht sachgerecht«, so Preis. Versender müssten überdies zur Einhaltung von Temperaturvorschriften verpflichtet werden. »Wer Patientinnen und Patienten in Deutschland mit Arzneimitteln versorgt, muss sich an die in Deutschland geltenden Regeln halten.« Dies sei für Apotheken inzwischen existenziell.

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