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Schnelltests

Die Laientests kommen – und der Koalition fehlt eine Strategie  

In wenigen Tagen dürften die ersten Laientests auf dem Markt sein. Noch allerdings gibt es einige Fragen zum Umgang mit diesen Produkten. Auch innerhalb der Koalition fehlt dafür bislang eine einheitliche Strategie, wie heute im Rahmen einer Fragestunde im Bundestags deutlich wurde.
Stephanie Schersch
24.02.2021  15:28 Uhr

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat es nicht leicht in diesen Tagen. Die Pandemie stellt Deutschland vor immer neue Herausforderungen, die schnelle und kluge Antworten verlangen. Zuletzt allerdings waren Zweifel an den Entscheidungen des Ministers gekommen. So hatte Spahn angekündigt, ab 1. März für alle Bürger das Recht auf einen kostenlosen Schnelltest etwa in einer Arztpraxis oder Apotheke einzuführen. Anfang der Woche aber ruderte der Minister auf Druck der Kabinettskollegen zurück und legte den 1. März als Starttermin vorerst auf Eis. Nun wollen Bund und Länder am 3. März zunächst weitere Fragen zum Einsatz der Schnelltests klären.

Rede und Antwort musste Spahn bereits am heutigen Mittwoch den Abgeordneten im Bundestag stehen. Bei einer Fragestunde wurde schnell deutlich, dass es auch innerhalb der Koalition Unstimmigkeiten mit Blick auf die Schnelltest-Strategie der Regierung gibt. Neben den kostenlosen Tests in der Apotheke sollen in Zukunft auch Laientests Fortschritte im Kampf gegen die Pandemie bringen. Die ersten Produkte dieser Art haben inzwischen eine Sonderzulassung bekommen und dürften in wenigen Tagen auf den Markt sein. SPD-Gesundheitspolitikerin Hilde Mattheis drängt auf einen kostenfreien Zugang zu diesen Tests. Der Gesundheitsminister hingegen will sich in diesem Punkt bislang nicht festlegen und zunächst die Preisentwicklung abwarten. »Es macht ja einen Unterschied, ob ein Test 2 Euro oder 10 Euro kostet«, so Spahn. Die Frage, ob und in welchem Umfang der Kauf der Selbsttests bezuschusst wird, soll sich daher erst im Laufe der nächsten Wochen klären. Zuletzt hatte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) eine Selbstbeteiligung von 1 Euro ins Spiel gebracht. Im Bundestag warnte Spahn heute davor, die Kosten für den Bundeshaushalt aus den Augen zu verlieren. »Kostenlos ist nichts, einer zahlt immer.«

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