Teambesprechungen erfolgen in den meisten Apotheken zum Austausch von Sachinhalten und Prozessen sowie zur Vermittlung von Beratungsinhalten mittels geeigneter Kommunikation. In Teammeetings sollten aber auch besonders knifflige Situationen aufgrund der schwierigen Kommunikation oder fachlichen Komplexität reflektiert werden. Am besten werden solche Fälle gesammelt und dann gemeinsam diskutiert: Wie hätten die Kollegen reagiert, was wäre ein anderer Ansatz zur Lösung gewesen?
Dabei ist es wichtig, dass die Reflexion wertfrei stattfindet, ohne den Betroffenen zu beschämen. Es geht darum, voneinander zu lernen und zukünftige ähnliche Situationen besser zu bewältigen. Sensible Mitarbeiter identifizieren sich möglicherweise auch mit den Problemen ihrer Kunden und leiden mit. Wenn dies passiert, sollte die Apothekenleitung für Entlastung sorgen, zum Beispiel den Mitarbeiter aktiv ansprechen, ob er die Situation gut bewältigen kann oder eventuell ein Coaching zum professionellen Umgang mit solchen Situationen benötigt.
Wenn Patienten einen Apothekenmitarbeiter so sehr in Anspruch nehmen, dass es emotional belastend wird, kann es auch eine Lösung sein, eine Kollegin zu bitten, den Kundenkontakt zu übernehmen, um sich selbst zu schützen.
Ziel muss sein, gemeinsam als Team Strategien zur Bewältigung von schwierigen Momenten zu erarbeiten. Dies kann auch bedeuten, Abläufe zu verändern, im Notdienst eine Anrufweiterleitung einzurichten oder eine spezielle Schulung oder externe Beratung für umfassendere Probleme in Anspruch zu nehmen.
Die Kommunikation mit den Kunden in der Apotheke ist wertvoll, vielfältig und bunt. Auch im Zeitalter der Digitalisierung wollen Menschen immer noch mit Menschen sprechen und persönlich beraten werden. Dafür ist die Vor-Ort-Apotheke die richtige Gesundheitsinstitution und sollte sich dieser Chance bewusst sein.
Apothekenmitarbeiter sollten als Team füreinander da sein und achtsam miteinander umgehen, denn in einem guten Arbeitsumfeld lässt sich erfolgreich und für den Patienten spürbar angenehm kommunizieren und beraten.
Katja Renner ist Apothekerin in der Apotheke am MDZ in Heinsberg und arbeitet als Referentin für verschiedene Apothekerkammern und die ABDA. Ihre Schwerpunkte sind Arzneimitteltherapiesicherheit und praxisnahe Aspekte zu Themen wie Depressionen, Atemwegserkrankungen, Kinderkrankheiten und Arzneimitteln in der Schwangerschaft. Sie ist Vertreterin der AMK in mehreren Leitlinienkommissionen und war an der Aktualisierung der Leitlinie zur unipolaren Depression beteiligt. Im Leitungsteam von ATHINA setzt sie sich für die Implementierung der pharmazeutischen Dienstleistungen ein. Dr. Renner ist Vorstandsmitglied der Apothekerkammer Nordrhein.