Es ist gar nicht so einfach, Menschen zu beraten, die die deutsche Sprache nicht beherrschen. Einige Kunden fragen direkt: »Do you speak English?« In diesem Fall ist die Beratung meistens gut zu bewältigen. Auch Russisch, Türkisch oder Arabisch sind Sprachen, die vom Apothekenteam zum Teil abgedeckt werden. »Ich habe ganz bewusst eine PTA mit arabischen und eine Apothekerin mit ukrainischen Wurzeln eingestellt, weil wir in diesem Viertel viele Kunden haben, die diese Sprachen sprechen«, berichtet ein Apothekenleiter aus Duisburg.
Je mehr Sprachen Kollegen im Apothekenteam beherrschen, desto besser. So kann die jeweilige Fachperson hinzugerufen werden und übersetzen oder den Beratungsprozess übernehmen. Insbesondere komplexe Gesundheitsthemen werden so besser besprochen. Außerdem ist es ein Kundenbindungsinstrument, Menschen mit Migrationshintergrund in ihrer Muttersprache und in einer freundlichen, zugewandten Art zu begegnen.
Piktogramme können wichtige Themen rund um die Arzneimitteleinnahme verdeutlichen. / © Shutterstock/Blan-k
Gibt es keine gemeinsame Sprache, lassen sich gewisse Inhalte zur Anwendung von Arzneimitteln mit Gestik und Mimik vermitteln. Indem man auf die entsprechenden Körperteile zeigt, kann die Lokalisation der Beschwerden erfragt werden. Zahlen können mit den Fingern verbildlicht und Dosierungsanweisungen sollten auf die Packung geschrieben werden.
Hilfreich sind auch Piktogramme für die Beratung. Hier ist in Abbildungen beispielsweise dargestellt, wie Zäpfchen eingeführt oder Augentropfen angewendet werden. Unter jedem Bild steht die englische Beschreibung. Auch Warnhinweise wie »Not with alcohol or drugs« oder »Keep out of reach of children« sind dargestellt. Am besten liegt so eine Arbeitshilfe laminiert griffbereit für die Beratung im Handverkauf.
Das englische Vokabular, um die wichtigsten pharmazeutischen Sachverhalte zu erklären, kann geübt und in Teambesprechungen in Rollenspielen ausprobiert werden.
Viele Patienten nutzen den Übersetzer des Handys oder zeigen die gewünschten Arzneimittel als Foto. Einige Pharmafirmen haben den Bedarf erkannt und stellen Informationsmaterial in verschiedenen Sprachen zur Verfügung.
Ein Beispiel: Die Deutsche Atemwegsliga bietet Anwendungsvideos zu Inhalationsgeräten in verschiedenen Sprachen an; oft reicht es aber schon, den Ablauf der Inhalation einfach im Video zu sehen und nachzumachen. Auch auf YouTube sind Filme zu wichtigen Gesundheitsthemen zu finden.