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KBV-Symposium
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Das Gesundheitssystem auf den Krieg vorbereiten

Europas Sicherheitslage ist so angespannt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Auf dem Symposium »Gesundheitsversorgung in der Gesamtverteidigung« wurde deutlich, dass die Verteidigungsfähigkeit der Bundesrepublik auch am Gesundheitswesen hängt.
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 02.11.2026  15:00 Uhr

Deutschland als Nato-Drehscheibe

Auch der niedersächsische Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) betonte auf dem Symposium, dass die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands von seinen zivilen Strukturen, insbesondere dem Gesundheitswesen, abhänge. Deutschland nehme im Verteidigungsfall eine besondere Rolle als Drehscheibe der Nato ein und müsse nicht nur die eigenen Verwundeten versorgen. »Wir müssen die Durchhaltefähigkeit des Gesundheitswesens stärken. Wir brauchen resiliente Liefer- und Versorgungsketten für Arzneimittel und Medizinprodukte. Wir müssen die personelle Resilienz im Gesundheitswesen sichern. Außerdem brauchen wir belastbare Führungs- und Koordinierungsstrukturen zwischen Bund, Ländern und Kommunen«, erklärte der Minister.

Giulio Gullotta, Leiter der Abteilung Zivilschutzausstattung, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, berichtete, dass Warnungen vor einem möglichen Krieg jahrzehntelang belächelt wurden. Doch inzwischen habe sich die Mentalität geändert. Als Beispiel nannte er auch das von der ABDA herausgegebene Papier »Resiliente Gesundheitsversorgung durch Apotheken«. »Mir ist kein Aufschrei bekannt, in dem die Leute gesagt hätten, dass das Kriegstreiber seien. Im Gegenteil, wir sind im Diskurs weitergekommen«, lobte Gullotta.

Gesundheitsversorgung ist Grundvoraussetzung für Verteidigungsfähigkeit

In einem Impulsvortrag erklärte Generaloberstabsarzt Ralf Hoffmann, dass Deutschland bisher von Krisenszenarien ausgegangen sei, die nur wenige Tage anhalten. Doch im Verteidigungsfall müsse man potenziell von Jahren ausgehen. »Gesundheitsversorgung ist in diesem Fall keine Randaufgabe, sondern Grundvoraussetzung dafür, dass wir verteidigungsfähig sind«, betonte der Arzt. Gleichzeitig müsse im Verteidigungsfall weiterhin die alltägliche Gesundheitsversorgung der Zivilbevölkerung gesichert werden.

Der Ukrainekrieg habe gezeigt, dass Russland auch Gesundheitseinrichtungen und Infrastruktur angreift. Ein Krieg würde zu Energielücken, Arzneimittelengpässen und einem stark gestiegenen Rehabilitationsbedarf führen. Außerdem müsse Deutschland auch Verwundete aus verbündeten Staaten versorgen. »Am Ende wird es darauf hinauslaufen, dass wir mehr Patienten und weniger Personal haben werden. Und wir werden eine Durchhaltefähigkeit für Monate oder Jahre benötigen. Das muss geplant werden«, mahnte der Generaloberstabsarzt. 

Hoffmann erklärte, dass die Bundeswehr aktuell an einem militärischen Lagebild mit Blick auf die Gesundheitsversorgung arbeite. »Am Ende wird es darauf ankommen, das zivile und das militärische Lagebild übereinanderzulegen, um zu einem Gesamtbild zu kommen«, sagte der Generaloberstabsarzt. Die Nato habe unlängst ihre Erwartung an die Gesundheitsversorgung formuliert. »Es wurden Themen wie die robuste Bevorratung von Arzneimitteln und Medizinprodukten angesprochen. Uns wurde der klare Auftrag erteilt, gemeinsam mit der zivilen Seite Personal auszubilden und Übungen durchzuführen«, erklärte der Mediziner und versprach, dass die Bundeswehr alles Notwendige tun werde.

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