| Lukas Brockfeld |
| 04.09.2026 13:30 Uhr |
Doch die Idee bleibt umstritten. Noch in der ZDF-Sendung bekam Borchardt deutlichen Widerspruch von Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK-Dachverbandes: »Es wird oft behauptet, dass Effizienzreserven gehoben würden und dass mit weniger Kassen weniger Bürokratie stattfände. Doch es ist gerade umgekehrt. Das lebende Beispiel sehen wir in Österreich. Österreich hat die Krankenkassen reduziert und den Versicherten Wahlfreiheiten genommen. Die Verwaltungskosten sind drastisch gestiegen«, erklärte Klemm.
Die Krankenkassen lehnen Fusionen ab. Der GKV-Spitzenverband betont auf seiner Website die Bedeutung des Wettbewerbs und erklärt, dass eine Reduzierung der Krankenkassen nichts an der Zahl der Versicherten und deren Betreuungsaufwand ändern würde. »Von weit über tausend Krankenkassen in den 90er-Jahren sind heute nur noch 93 an der Versorgung beteiligt und stehen im Wettbewerb um gute Versorgung und guten Service. Stand heute sind die gesetzlichen Krankenkassen das gute Beispiel dafür, wie Versorgung und Verwaltung schlank organisiert und laufend optimiert werden können«, so Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes.