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Testverordnung

Bund bezahlt 660 Millionen Euro für Corona-Tests

Um die Coronavirus-Pandemie einzudämmen, finanziert der Bund einige, teilweise teure Maßnahmen. Für Coronavirus-Tests hat der Bund 2021 bislang rund 660 Millionen Euro ausgegeben. Darin enthalten sind auch die Kosten für die Bürgertests. Im Vergleich zu der Maskenaktion ist diese Maßnahme aber noch relativ günstig.
Charlotte Kurz
09.06.2021  18:00 Uhr

Seit 8. März 2021 übernimmt der Bund die Kosten für Coronavirus-Schnelltests für alle Bürger. Das damit kostenfreie Angebot für die Bevölkerung wird seitdem rege genutzt. Denn für die Wahrnehmung einer körpernahen Dienstleistung, aber auch für Freizeitaktivitäten wie Museums- oder Restaurantbesuche wird oftmals ein negatives Schnelltestergebnis benötigt.

Aufgrund dieser erhöhten Nachfrage sind in den vergangenen Wochen tausende Testzentren wie Pilze aus dem Boden geschossen, darunter aber auch schwarze Schafe, die vorsätzlich zu viele Tests und damit zu hohe Kosten abgerechnet hatten. Nun plant Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Vergütung für die Bürgertests zu senken.

Dabei ist bislang noch nicht genau bekannt, wie hoch die Kosten für die Bürgertests insgesamt wirklich ausfallen. Klar ist, pro Test werden derzeit bis zu 6 Euro Materialkosten erstattet, für die Abstrichnahme gibt es 15 Euro für Ärzte und 12 Euro für nicht medizinisches Personal. Künftig könnten es nur noch bis zu 11 Euro je Test sein. Aufgrund zügiger Lockerungsmaßnahmen dürfte die hohe Nachfrage nach den Tests in den kommenden Wochen allerdings auch wieder abflauen.

In einem Bericht aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) schlüsselt das Ministerium nun Kosten auf, die im Rahmen der Coronavirus-Testverordnung dieses Jahr entstanden sind. Der Bericht vom 8. Juni liegt der Pharmazeutischen Zeitung vor. Demnach hat der Bund seit Beginn des Jahres 2021 rund 660 Millionen Euro für Leistungen auf Grundlage der oben genannten Verordnung ausgegeben. Darin sind laut BMG allerdings nicht nur die Kosten für die Bürgertests enthalten, sondern auch beispielsweise Testungen in Unterkünften für Obdachlose oder Menschen mit Behinderungen. Zudem steckt in dieser Zahl auch die Finanzierung ärztlicher Schulungen oder Gesprächsleistungen ohne Testungen.

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