| Alexander Müller |
| 30.10.2026 11:30 Uhr |
Haier betonte, dass dezentrale Studieneinheiten im Rahmen des ZKS nicht abgeschafft, sondern im Gegenteil gestärkt werden sollen. Chia-Jung Busch, Sprecherin des CCC-MV, ergänzte später in einer Podiumsdiskussion, es gehe um »Vertrauen, Kommunikation und Selbstbewusstsein. Wir brauchen uns als Verbund nicht zu verstecken.«
Gemeinsam mit Betroffenen die Forschung zu verbessern, ist Ziel des Patientenbeirats für partizipative Forschung (PART-Beirat UMR). Der wissenschaftliche Mehrwert liegt laut Olga Biernetzky in der Verbindung von Erfahrungswissen und wissenschaftlicher Expertise. Themenspezifische Beiräte etwa zu neurodegenerativen Erkrankungen, Onkologie oder Allgemeinmedizin gibt es schon, ab Dezember soll es zusätzlich einen übergeordneten Beirat geben. Wiebke Kragl ist Mitglied im OnkoBeirat des CCC-MV und betonte: »Wir bringen unsere gelebte Erfahrung mit ein.«
Ohne Partner aus der Industrie lassen sich viele Studien schlicht nicht finanzieren. Novartis ist laut Wolfgang Moll, SMM Portfolio Team Lead, »deutscher Meister in der klinischen Forschung«: 149 klinische Studien mit mehr als 7500 eingeschlossenen Patientinnen und Patienten bundesweit.
Führend waren 2025 die Unikliniken in Berlin (Charité), Dresden, Essen, Köln und Leipzig, aber Studien in 232 Zentren zeigten, dass Forschung in der Fläche stattfinde und nicht wie beispielsweise in Spanien zentralisiert. Und in Rostock werden mit der Radioligandentherapie (RLT) seit Jahren internationale Standards gesetzt.
Studien nach Deutschland zu holen, sei aber »kein Selbstläufer« in einem internationalen Unternehmen wie Novartis, so Moll. Im Wettbewerb zwischen den Ländern geht es um »Performance, Rekrutierung, Qualität und am Ende auch Kosten«, so Moll. Mit der »Strategie in Forschung und Lehre unter Einbeziehung der Krankenversorgung bis 2030« in Rostock könne aber etwas Großes entstehen, so Moll. Diverse Best Cases aus der klinischen Forschung wurden in der Folge präsentiert.
Künftig müssen laut dem Novartis-Manager aber vielleicht gar nicht immer mehr Daten in immer komplexeren Studien erhoben werden. Heute würden 97 Prozent der Gesundheitsdaten nicht genutzt, die teilweise auch außerhalb von Studien erhoben würden. Könnte man mit diesen Daten einen »digitalen Zwilling« des Patienten erstellen und nur auf dieser Grundlage Modelle erstellen und Therapien testen, ließe sich Forschung vielleicht erheblich beschleunigen, so die Hoffnung bei Novartis. Studien würden dann nicht mehr vom Molekül aus, sondern KI-unterstützt von Daten aus durchgeführt.