| Alexandra Amanatidou |
| 15.09.2026 07:00 Uhr |
Leif-Erik Holm ist Spitzenkandidat der AfD für Mecklenburg-Vorpommern. / © Leif-Erik Holm/AfD
Ein Dispensierrecht für Ärztinnen und Ärzte hält der AfD-Spitzenkandidat für Mecklenburg-Vorpommern für richtig. »Sie müssen ja wissen, wir leben in einem sehr ländlichen Gebiet in Mecklenburg-Vorpommern«, sagte er gegenüber der PZ und fügte mit Blick auf Hausarztbesuche hinzu: »Im ländlichen Raum ist es für uns durchaus attraktiv, wenn Ärzte auch ein Medikament dabeihaben, wenn man über sehr ländliche Strecken fährt.«
Im Gegenzug hätten Apotheken die Möglichkeit, ärztliche Leistungen auszuüben, beispielsweise Blut abzunehmen oder Impfungen durchzuführen. »Wir brauchen diese Synergieeffekte. Dass man nicht alles so strikt voneinander getrennt hat, sondern jeder die Aufgaben übernimmt, die er übernehmen kann, um die Bürger eben gut zu informieren und zu versorgen.«
Was Leif-Erik Holm zur Landapothekerquote sagt, erfahren Sie im Video:
Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern möchte die Bedarfsplanungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Feststellung von Unterversorgung »überarbeiten lassen«. Außerdem spricht sie von einer »Monopolstellung« der Kassenärztlichen Vereinigungen, die sie infrage stellen möchte. Ferner will die Partei den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) mit der Aufgabe einer »lebensbejahenden Schwangerschaftsberatung« betrauen.
Außerdem plant sie eine »Life Sciences«-Wachstumsoffensive und will den Technologietransfer aus den Universitäten Greifswald und Rostock in den Markt beschleunigen. »Gezielt werden wir die Ansiedlung von Unternehmen der Medizintechnik und der Pharmaindustrie sowie den Ausbau von BioCon Valley als Brücke zwischen Wissenschaft und Markt fördern.« BioCon Valley ist das Netzwerk der Gesundheitswirtschaft für Mecklenburg-Vorpommern und wird hauptsächlich vom Land MV finanziert.
Die AfD möchte die »Corona-Zeit« und die damit verbundenen Maßnahmen in einem Untersuchungsausschuss aufarbeiten. Durch die absichtliche Verwendung des Begriffs »Corona-Zeit« anstelle von »Corona-Pandemie« relativiert die Partei die damalige Lage. Außerdem will die populistische Partei den Abbau der »Kontrollbürokratie« und des »Dokumentationswahns«.
Für Ärztinnen und Ärzte favorisiert sie ein Studiendarlehen, das sich pro Jahr Landarzttätigkeit in Mecklenburg-Vorpommern anteilig tilgt. Darüber hinaus fordert sie die weitere Aufhebung der »strikten Trennung von ambulanter und stationärer Versorgung«.
Der 56-Jährige ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages. Nun ist der Schweriner Spitzenkandidat der AfD für Mecklenburg-Vorpommern. Er studierte Volkswirtschaftslehre und arbeitete als Radiomoderator, unter anderem für den Norddeutschen Rundfunk. Die AfD wird vom Verfassungsschutz wegen Rechtsextremismus beobachtet und ist in Teilen als gesichert rechtsextrem eingestuft worden.