| Alexandra Amanatidou |
| 18.09.2026 15:30 Uhr |
Claudia Müller ist Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen für Mecklenburg-Vorpommern. / © Thomas Mandt
»Apotheken sind häufig so der erste Kontakt, den Menschen dann aufsuchen, wenn es um Gesundheitsvorsorge geht«, sagt Claudia Müller im PZ-Interview und hebt die Rolle der Apotheken in der Prävention hervor. Die Spitzenkandidatin der Grünen kann sich Modellprojekte und Gesundheitsaktionen in Gemeinden vorstellen, damit Apotheken ihre zusätzlichen Gesundheitsangebote stärker in die Region bringen können.
Außerdem setzt sie auf mobile Angebote wie eine Apothekersäule: Dort könnten Patientinnen und Patienten Rezepte einreichen und per Videoverbindung mit einer Apotheke sprechen. Die Medikamente würden anschließend nach Hause geliefert. So, sagt die Grünen-Spitzenkandidatin, könnten Apothekendienstleistungen auch dort verfügbar bleiben, wo es vor Ort keine Apotheke mehr gibt.
Was Müller zur Landapothekerquote und zur Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern sagt, erfahren Sie im Video:
Das Bündnis 90/Die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern stellt die wichtigsten Punkte seines Wahlprogramms nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Türkisch, Arabisch, Polnisch, Russisch und in einfacher Sprache vor. Gesundheit dürfe kein Glück sein. »Sie muss überall da und für alle verlässlich sein«, schreibt die Partei.
Sie will den Ausbau von Beratungsstellen und die Förderung lokaler Selbsthilfegruppen als Orientierungspunkte, an die sich Patientinnen und Patienten wenden können, vorantreiben. Dafür will die Partei regionale Gesundheitsnetzwerke weiterentwickeln und vor allem in unterversorgten Gebieten mobile Angebote stärken. Auch »Community Health Nurses« (Gemeindeschwestern) will sie »flächendeckend« etablieren. »Gesundheitslots*innen sollen in sozialen Brennpunkten und ländlichen Gemeinden ausgebildet werden, um Menschen insbesondere in ländlichen Kommunen und sozialen Brennpunkten kompetent durch das komplexe Gesundheitssystem zu führen«, so die Partei.
Außerdem wollen die Grünen »unabhängige Patient*innenbeauftragte in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt etablieren, angebunden an die Gesundheitsämter«. Wie sie das finanzieren wollen, steht im Programm jedoch nicht.
Die Grünen in MV wollen auch die psychotherapeutischen und psychiatrischen Angebote ausbauen sowie die Kapazität von Diagnostik, Beratung und Behandlung für neurodivergente Menschen verbessern. Außerdem wollen sie die Beschäftigten im Gesundheitswesen vor Gewalt und Belästigung schützen. Wie genau, steht im Wahlprogramm allerdings nicht. Die Beratung zu genderspezifischen Gesundheitsangeboten wollen sie gezielt fördern.
Die 45-Jährige ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages. Die Rostockerin war von 2023 bis 2025 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft und zusätzlich von 2024 bis 2025 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Bildung und Forschung. Bei der Bundestagswahl 2025 gewann sie erneut ein Mandat für den Deutschen Bundestag und ist Parlamentarische Geschäftsführerin ihrer Fraktion. Außerdem ist sie ordentliches Mitglied im Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung sowie stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss und im Haushaltsausschuss.
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