| Alexandra Amanatidou |
| 14.09.2026 18:00 Uhr |
Daniel Peters ist der CDU-Spitzenkandidat für Mecklenburg-Vorpommern (MV). Der 45-Jährige ist seit April 2024 Landesvorsitzender der CDU MV und Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag. / © CDU MV
Immer wieder fällt Peters auf, »mit welcher Intensität und welch hoher Qualität« die Menschen in den Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern beraten werden. Die Apotheken seien Ansprechpartner für die Menschen vor Ort, hätten einen hohen präventiven Auftrag und eine Beratungsfunktion. »Deswegen wollen wir uns natürlich insbesondere auf Bundesebene dafür einsetzen, dass wir eine Anhebung des Apothekenfixums bekommen«, sagt Peters gegenüber der PZ. Bei zusätzlichen Aufgaben müsse auch immer über das Thema der Finanzen gesprochen werden. Auch einen Vergütungsbonus für die Landapotheken oder eine Förderung für die Übernahme von Apotheken im ländlichen Raum kann er sich vorstellen.
Die Landapothekerquote will er ausweiten, auch in Kooperation mit dem Pharmazie-Studiengang in Greifswald. Mit einer »klugen Verzahnung« zwischen Wissenschaft und Wirtschaft will er die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern stärken. Diese will er auch mit einer engeren Zusammenarbeit mit der Hotel- und Gastronomiebranche stärken. So könne das östliche Bundesland »zu einem Magneten« werden.
»Mecklenburg-Vorpommern bietet viel Ruhe, beste Erholung, eine wunderbare Landschaft, aber auch tolle Hotels. Ich glaube, wenn wir Angebote im Gesundheitswesen dort stärker ankoppeln, kann das für die Wirtschaft hier im Land, die Nebensaison und die Steigerung der Gästezahlen wichtig sein«, so Peters.
Die CDU MV möchte eine Ansiedlungsoffensive für Pharmaunternehmen starten und eine Landes-Pharmastrategie entwickeln. Damit sollen die lokale Forschungs- und Produktionskompetenz gestärkt und internationale Abhängigkeiten verringert werden. Darüber hinaus wünscht sich die Partei regelmäßige Pharmagipfel mit klaren Handlungsempfehlungen. Mit einer landesseitigen Medikamentenreserve will die Partei die Versorgungssicherheit und Resilienz erhöhen. Kritische Infrastruktur im Gesundheitswesen soll systematisch auf Großschadenslagen, hybride Bedrohungen, Cyberangriffe und pandemische Szenarien ausgerichtet werden.
Die Arzneimittel- und Notfallversorgung soll wohnortnah, zuverlässig und qualitätsorientiert werden. Kommunale Versorgungszentren und Gesundheitskonferenzen auf Landkreisebene sollen gestärkt werden. Die Partei will Versorgungsformen wie das ambulante Operieren und Hybridbehandlungen fördern, um medizinische Leistungen verstärkt ambulant oder kurzstationär zu erbringen. In unterversorgten Modellregionen sollen telemedizinische Praxen erprobt werden.
Die CDU will zudem die gesundheitsfördernde und präventive Versorgung ausbauen. »Gemeinsam mit den Akteuren der medizinischen Versorgung wollen wir einen Perspektivplan für das Land aufstellen«, schreibt die Partei in ihrem Wahlprogramm. Dieser soll unter anderem die Sucht- und Drogenberatung stärken. Allerdings wollen die Christdemokraten die Drug-Checking-Modellprojekte beenden und die Teillegalisierung des Cannabiskonsums rückgängig machen.
Laut der CDU müsse psychische Gesundheit zukünftig mehr Beachtung finden, da »in einer älter werdenden Bevölkerung mehr Menschen unter Einsamkeit und Altersdepressionen leiden«. Dafür will die Partei einen Beauftragten für sozialen Zusammenhalt einsetzen. Dieser soll sich gegen Einsamkeit einsetzen und die zentrale Verantwortung zur Stärkung gesellschaftlicher Teilhabe tragen. Zudem will die CDU eine flächendeckende Hospiz- und Palliativversorgung erreichen. Pflegende Angehörige sollen mehr in den Mittelpunkt rücken. Zudem soll ein Modellprojekt zur Rückkehr von ausgestiegenen Pflegekräften getestet werden. Die CDU MV sieht außerdem eine Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Schwerbehinderung vor und will sich für geschlechtsspezifische Medizin einsetzen.
Der 45-Jährige ist seit April 2024 Landesvorsitzender der CDU Mecklenburg-Vorpommern und Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag. Zu den Schwerpunkten seiner politischen Arbeit zählen Sicherheit und Ordnung. Der studierte Demograf und Politikwissenschaftler arbeitete von 2009 bis 2020 als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten Eckhardt Rehberg. Als erster Landespolitiker wirbt der Rostocker auf dem Datingportal Tinder um Wählerinnen und Wähler.