Pharma Deutschland fordert eine Gesamtstrategie, die Arzneimittelversorgung, Innovation und wirtschaftliche Standortbedingungen zusammenführt. / © Adobe Stock/littlewolf1989
Unter dem Titel »Arzneimittelversorgung sichern. Innovation stärken. Standort fördern« fordert der Verband eine Stärkung des Pharmastandorts und formuliert Vorschläge für die Politik. Im Fokus stehen die Förderung von Forschung und Innovation sowie der Ausbau von Prävention und Selbstmedikation. Darüber hinaus fordert er, die Arzneimittelversorgung langfristig zu sichern und Bürokratie abzubauen.
»Die Bundesregierung hat die Chance, mit ihrer Pharmastrategie ein klares Signal zu setzen: Deutschland muss Arzneimittelpolitik endlich als strategisches Querschnittsthema verstehen«, sagt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland. »Wir liefern der Bundesregierung konkrete Hinweise für eine Pharmastrategie, die nicht bei Einzelmaßnahmen stehen bleibt, sondern Versorgungssicherheit, Innovationsfähigkeit und Standortpolitik konsequent zusammendenkt.«
Der Verband fordert eine ressortübergreifende Gesamtstrategie, in der die Bereiche Gesundheit, Wirtschaft, Forschung, Umwelt, Sicherheit und Beschäftigung zusammenwirken. Einzelne Maßnahmen müssten auf ein gemeinsames Ziel einzahlen: eine innovative, bezahlbare und krisenfeste Arzneimittelversorgung aus einem starken Pharmastandort Deutschland.
Auch die Kommunalabwasserrichtlinie wird im Positionspapier aufgegriffen. So heißt es darin: »Umweltziele dürfen nicht durch eine einseitige Kostenverteilung zulasten der Wettbewerbsfähigkeit erreicht werden.« Die EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) ist bereits seit 1. Januar 2025 in Kraft. Zentrales Element ist die Einführung einer vierten Reinigungsstufe in Klärwerken zur Entfernung von Mikroschadstoffen, finanziert über die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) der Pharma- und Kosmetikindustrie. Die Hersteller sollen mindestens 80 Prozent der Kosten für Bau und Betrieb einer vierten Reinigungsstufe in kommunalen Kläranlagen tragen.
Das Branchenpapier enthält Pharma Deutschland zufolge auch wichtige Aspekte für die ebenfalls angekündigte Strukturreform der Gesundheitsfinanzierung. Mit Blick auf die GKV-Finanzen weist der Verband darauf hin, dass eine nachhaltige Finanzierung des Gesundheitssystems nicht auf eine kurzfristige Begrenzung der Ausgaben reduziert werden darf. Während die Branche unter anderem den im Zuge des GKV-Spargesetzes erhöhten Herstellerabschlag scharf kritisiert, hieß es von anderer Seite, die Hersteller seien beim GKV-Spargesetz zu wenig belastet worden.
Beim Pharmadialog im November 2025 im Bundeskanzleramt hatte der damalige Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) die Erstellung einer Pharmastrategie angekündigt. Mit Nina Warken (CDU), der ehemaligen Gesundheitsministerin, sitzt nun eine Politikerin im Kanzleramt, die bereits gute Beziehungen zu der Branche hat.