| Daniela Hüttemann |
| 06.05.2026 16:20 Uhr |
Der Aufwand sei tatsächlich extrem hoch, meldete sich Barbara Gröbner vom Hamburger Apothekerverein zu Wort. Selbst bei guter Beratung und Schulung könnten nicht alle Patienten eine andersartige Anwendung sofort umsetzen. »Da gehen die ersten ein oder zwei Pens mitunter in die Grütze.«
Gröbner und Hamburgs Kammerpräsident Holger Gnekow verwiesen auf eine Initiative der Kammer, solche Fälle und den entstandenen Beratungsbedarf zu dokumentieren und zu sammeln – nicht nur im Sinne der Arzneimittelsicherheit (die Erkenntnisse sollen in Fortbildungen fließen), sondern auch um zu zeigen, was durch die Beratung in der Apotheke an Fehlern verhindert und gespart wird. Apotheken aus dem ganzen Bundesgebiet sind eingeladen, sich zu beteiligen.
Hubmann betonte, dass der hohe Beratungsaufwand nicht im Sinne einer Mischkalkulation über das Packungsfixum abgegolten sein kann. Er forderte eine entsprechende Zusatzvergütung. Für eine zügige Umsetzung im Rahmen der aktuellen Apothekenreform sah BMG-Abteilungsleiter Müller eher schlechte Chancen. Es sei Sache des Apothekerverbands, dies mit den Krankenkassen auszuhandeln.
Immerhin soll mit der Apothekenreform eine Beratung und Schulung zu Injektabilia als neue pharmazeutische Dienstleistung (pDL) kommen, doch wird die erst noch eben zwischen DAV und GKV-Spitzenverband ausgehandelt werden müssen – in der genauen Ausgestaltung, zu welcher Honorierung und wann beziehungsweise wie oft der Patient Anspruch darauf haben wird. Analog zur Inhalativa-Schulung wäre dies bei jedem Device-Wechsel pharmazeutisch sinnvoll.
Auch weitere Stimmen aus dem Publikum machten deutlich, dass die Apotheken ihre Verantwortung hier ernst nehmen, aber eben den erhöhten Aufwand aktuell nicht vergütet bekommen. Einsparungen durch Rabattverträge nivellierten sich, wenn die Medikamente nicht richtig oder sogar gar nicht aufgrund von Bedenken des Patienten angewendet werden.