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DGE-Ernährungsbericht

Positive Tendenzen

18.12.2012
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Die Deutschen essen mehr Gemüse, dafür etwas weniger Obst und immer noch zu viel Fleisch. Das sind einige Ergebnisse des aktuellen Ernährungs­berichts der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Seit dem Jahr 2000 konsumieren die Deutschen mehr Gemüse. Der Verbrauch steigt um 1,1 kg pro Kopf und Jahr. »Diesen positiven Trend begrüßen wir sehr. Er dürfte zu einer besseren Versorgung mit einigen Vitaminen sowie mit sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen beitragen«, erklärte Professor Dr. Helmut Heseker, Präsident der DGE, bei der Vorstellung des Ernährungsbericht 2012 auf einer Pressekonferenz in Berlin. Dem steht allerdings ein Rückgang beim Obstverbrauch von 800 g pro Kopf und Jahr gegenüber. Der Getreideverbrauch steigt mit 1,2 kg nur verhalten. Er liegt derzeit bei etwa 90 kg pro Kopf und Jahr. Der Konsum von pflanzlichen Lebensmitteln sei aber noch ausbaufähig, betonte Heseker. So könnten Menschen dem Ziel näher kommen, täglich fünf Portionen Gemüse und Obst zu essen und mindestens 30 g Ballaststoffe aufzunehmen.

 

Der Verbrauch von Fleisch ist mit etwa 60 kg pro Kopf und Jahr in den letzten Jahren konstant und liegt immer noch zu hoch. Mehr als 300 bis 600 g pro Woche sollten es aktuellen Empfehlungen zufolge nicht sein. Ein hoher Fleischverzehr kann je nach Zubereitungsart auch eine erhöhte Fettzufuhr bedingen. Positiv zu bewerten sei allerdings, dass der Verbrauch von Butter und pflanzlichen Fetten, einschließlich Margarine, rückläufig ist und somit der Fettkonsum insgesamt sinke.

 

Mineralwasser und Erfrischungsgetränke verbrauchen die Deutschen pro Kopf und Jahr immer mehr, und zwar mit einem Zuwachs bei Mineralwasser von 2,9 l und bei Erfrischungsgetränken von 1,1 l pro Kopf und Jahr. Dem Bericht zufolge ist Wasser (Mineral- und Leitungswasser) das am meisten getrunkene alkoholfreie Getränk. Die Deutschen kommen damit der Empfehlung entgegen, den Durst überwiegend kalorienfrei zu löschen. Der Konsum von Limonaden und anderen Erfrischungsgetränken ist jedoch immer noch zu hoch. Der Alkoholverbrauch sinkt weiter, wobei Bier mit einem Minus von 2 l pro Kopf und Jahr von dieser Entwicklung am deutlichsten betroffen ist.

 

Weniger dicke Kinder

 

Erfreuliche Daten gab es zur Entwicklung des Körpergewichts, die ebenfalls im Ernährungsbericht veröffentlicht wurden: Seit 2004 werden in den meisten Bundesländern leicht rückläufige Prävalenzzahlen für Übergewicht beziehungsweise Adipositas bei Einschulkindern festgestellt. Bei Erwachsenen ist dieser Trend nicht zu sehen. Hier stagniert die Prävalenz auf hohem Niveau: 67,1 Prozent der Männer ab 18 Jahre sind übergewichtig oder adipös und 52,9 Prozent der Frauen. /

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